
T. S. Spivet ist ein anerkannter Wissenschaftler, dessen detaillierte Zeichnungen regelmäßig in wissenschaftlichen Zeitungen veröffentlicht werden. Eines Tages erreicht T. S. ein Anruf aus Washington - er wurde für den Baird-Preis nominiert und soll diesen während einer feierlichen Zeremonie entgegen nehmen. Das bringt T. S. ganz schön aus dem Konzept: Er telefoniert nicht gern, er braucht all seine Zeichenutensilien und viele Objekte mehr immer um sich - und nicht zu vergessen: Seine unzähligen Notizbücher, die die Wände seines Zimmers pflastern und in denen er graphisch seine Umwelt fest hält. Da wären Skizzen über das Putzen der Maiskolben, gepaart mit einer Auflistung, wie viele von Insekten angefressen wurden. Oder die Widerspiegelung von Emotionen in einem Gesicht, getrennt nach beteiligten Muskelpartien. Oder die Dichte des Müllaufkommens in verschiedenen Bezirken einer Großstadt... Unter all seinen Materialien muss T. S. nun also auswählen, welche er mit nach Washington nimmt, um den Preis entgegen zu nehmen. Er muss eine Dankesrede schreiben, die er vor dem Plenum ausgewählter Wissenschaftler halten soll. Und er muss sich überlegen, wie er von der Farm in Montana bis Ende der Woche nach Washington kommt. - Die Sache hat nur einen Haken: T. S. ist zwölf Jahre alt. In Washington weiß das aber niemand. Und im Haus seiner Familie in Montana weiß niemand von T. S.' wissenschaftlichem Erfolg. Und T. S. will das lieber auch gar nicht kund tun: Seine Mutter, selbst ambitionierte Forscherin, arbeitet seit Jahren vergebens auf ihren wissenschaftlichen Druchbruch hin. Seine Schwester interessiert sich ohnehin nur für sich selbst und ihre Ambitionen als Schauspielerin. Und sein Vater hat für T. S. auch nicht viel übrig. Wäre er handwerklich so geschickt wie sein Bruder Layton, dann - ja, dann könnte T. S. damit rechnen, von seinem Vater einen anerkennenden Klaps auf die Schulter zu erhalten. Aber nicht dafür, filigrane Zeitungen anzufertigen.
Kurzerhand macht sich T. S. also allein auf den Weg nach Washington. Er packt die nötigsten Utensilien ein und schleift seinen Koffer zum nächsten Güterbahnhof. Ja - Güterbahnhof. Er versteckt sich auf einem Güterwaggon und fährt als Schwarzer Passagier in Richtung Osten. Und damit beginnt das größte Abenteuer seines kurzen Lebens...
Das Buch ist selbst ein großes Abenteuer. Eine Schatzkiste voller unerwarteter Nebenstränge. Und immer wieder führen Pfeile weg vom Text hin zu all den wunderbaren, filigranen Zeichnungen. Für dieses Buch braucht man viel Zeit, große Neugierde - und Freude an schönen Geschichten. Völlig unerwartet ergibt ein Stichwort den Anlass für eine weitere kleine Geschichte. Und ganz nebenbei lernt man die Familie Spivet kennen und erfährt, was mit T. S.' Bruder Layton vor einigen Monaten in der Scheune geschehen ist, welche Rolle T. S. dabei gespielt hat und wie sehr dieses Ereignis seine Auffassung von Schicksal prägt...
Fazit: 5 Sterne!
Kurzerhand macht sich T. S. also allein auf den Weg nach Washington. Er packt die nötigsten Utensilien ein und schleift seinen Koffer zum nächsten Güterbahnhof. Ja - Güterbahnhof. Er versteckt sich auf einem Güterwaggon und fährt als Schwarzer Passagier in Richtung Osten. Und damit beginnt das größte Abenteuer seines kurzen Lebens...
Das Buch ist selbst ein großes Abenteuer. Eine Schatzkiste voller unerwarteter Nebenstränge. Und immer wieder führen Pfeile weg vom Text hin zu all den wunderbaren, filigranen Zeichnungen. Für dieses Buch braucht man viel Zeit, große Neugierde - und Freude an schönen Geschichten. Völlig unerwartet ergibt ein Stichwort den Anlass für eine weitere kleine Geschichte. Und ganz nebenbei lernt man die Familie Spivet kennen und erfährt, was mit T. S.' Bruder Layton vor einigen Monaten in der Scheune geschehen ist, welche Rolle T. S. dabei gespielt hat und wie sehr dieses Ereignis seine Auffassung von Schicksal prägt...
Fazit: 5 Sterne!
Reif Larsen: Die Karte meiner Träumes. ISBN: 978-3-1004-4811-8