Mittwoch, 26. Januar 2011

[22/31-1] Biologie


Tag 22 – Das Buch in deinem Regal, das die meisten Seiten hat

Da sind wir schon wieder im Fachbuchbereich... Das absolut Seitenreichste Buch in unserem Regal ist DAS Biologie-Buch von Campbell und Reece. In einem naturwissenschaftlichen Studium führt am "Campbell" kaum ein Weg vorbei und das nicht ohne Grund. Hierin finden sich alle Teilbereiche der Biologie anschaulich erläutert. Wenn mir irgendetwas nicht ganz klar ist, oder ich in einer Vorlesung neugierig wurde, schlage ich als erstes im Campbell nach und habe bisher noch immer eine weiterführende Antwort gefunden. Mit diesem Lehrbuch macht es richtig Spaß zu lernen, da es sehr spannend aufbereitet ist. Überhaupt finde ich, dass die amerikanischen Lehrbücher sehr viel anschaulicher und ansprechender geschrieben sind...

Ach ja, wir haben den Wälzer eigentlich nur im Regal, weil wir super Glück hatten: Bei der Inventur im Buchladen unseres Vertrauens war ein Exemplar heruntergefallen und hat seitdem einen eingerissenen Rücken. Daraufhin hat die Besitzerin des Ladens das Exemplar zum halben Preis angeboten. Da mussten bibliophile Menschen wie wir natürlich zuschlagen! Und seien wir ehrlich: Es hat sich mehr als gelohnt. Den Campbell kann man sich auch getrost zum vollen Preis kaufen, er ist jeden Cent wert!

[Nachtrag: Danke an Momo für den Hinweis: Ich habe glatt vergessen, mich zur Seitenzahl zu äußern. Der Campbell hat 1606 Seiten plus einen interaktiven Lerntrainer auf beigefügter CD. Hinzu kommt, dass eine Seite DIN A4-Größe hat und dicht beschrieben ist.]

Fazit: 4 Sterne!

Neil A. Campbell & Jane B. Reece: Biologie. ISBN: 978-3-8273-7180-5.

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Dienstag, 25. Januar 2011

[21/31-1] Faserland


Tag 21 – Das blödeste Buch, das du während der Schulzeit als Lektüre gelesen hast

Mit einigen Jahren Abstand würde ich das nicht mehr unbedingt sagen, aber ich weiß, dass ich das Buch damals gehasst habe: Krachts "Faserland" habe ich nur mit absolutem Widerwillen gelesen und fand die Lektüre nicht nur langweilig, sondern uninspiriert, oder wie es das Titelthema nennt: "blöd". Der namenlose Ich-Erzähler berichtet von seinem Roadtrip durch Deutschland, trifft auf verschiedene ebenso ziellose und unerfüllte Menschen, und driftet durch eine Markenwelt ohne Halt und Wärme. Diese emotionslose Schilderung eines tristen Alltags in einem Leben, das ohne echte Erfüllung und ohne Sinn und Aufgabe dahin plätschert, lässt sich in einem wohlbehüteten Schülerdasein wohl noch nicht begreifen. Je mehr man sich jedoch selbst mit der Frage auseinander setzen muss, wohin das eigene Leben einmal steuern soll, in welchem Bereich man einmal arbeiten möchte, was einem selbst wirklich wichtig ist, desto mehr weckt das Buch eben doch wieder Interesse bei mir. Zumindest insofern, als ich gewissermaßen nachvollziehen kann, dass eine Ziel- und Lieblosigkeit eine unbändige Leere hervorrufen können, die zu füllen ein schier unerschöpfliches Unterfangen ist. Alles in allem im Nachhinein kein blöder Roman, sondern ein trauriger mit einem ganz leicht schillernden Silberschweif am Horizont.

Fazit: 3 Sterne!

Christian Kracht: Faserland. ISBN: 3-423-12982-4.

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[20/31-1] Sansibar oder der letzte Grund


Tag 20 – Das beste Buch, das du während der Schulzeit als Lektüre gelesen hast

Da gab es so einige, denn der Deutschunterricht hat mir in aller Regel viel Spaß gemacht, und ich hatte das Glück, dass meine Deutschlehrer häufig sehr gute Literatur ausgewählt haben.
Vor allem erinnere ich mich, dass mir Andersch' "Sansibar" sehr gut gefallen hat, wir haben es in der zehnten Klasse gelesen. Die Auswahl dieses Buches war sicherlich auch dadurch bedingt, dass unser Deutschlehrer zugleich Geschichte unterrichtete (zwar nicht bei uns, aber er war später mein Kursleiter in Geschichte). in "Sansibar" dreht sich alles um fünf Menschen und eine Kunstfigur. Die Geschichte schildert abwechselnd die Sicht der fünf Personen. Der Roman spielt im Herbst 1937 im auf den zweiten Weltkrieg zutreibenden Deutschland, in dem die Nazis ihre Schreckensherrschaft festigen und ausbauen, auf dem Schiffsweg zu verlassen. Der Kommunist Gregor und die Jüdin Judith kommen in die Hafenstadt Rerik, wo sie auf Pfarrer Helander, Fischer Knudsen und dessen Schiffsjungen treffen. Judith ist aufgrund der Nürnberger Rassengesetze auf der Flucht, Helander will die Holzplastik "Lesender Klosterschüler" ins Ausland überführen lassen, da sie für die Nazis als "entartete Kunst" gilt. Schließlich tun sich die Ungleichen zusammen, um Judith und den "Klosterschüler" nach Schweden zu bringen. Doch nicht nur ihr Vorhaben eint diese so unterschiedlichen Personen, vor allem die Tatsache, dass sie nicht zu den "Anderen" gehören, ist ihnen gemein. Die "Anderen", das sind die, die zu den Nazis gehören oder als die "klassischen Mitläufer" agieren. Sie werden nie beim Namen genannt, es sind immer nur die "Anderen", von denen eine allgegenwärtige Bedrohung ausgeht, die die Atmosphäre des Romans düster färbt. Doch trotz dieser Düsterkeit zeigt der Roman eine Weiterentwicklung der Charaktere bis hin zum Fassen neuer Zuversicht.
Und was macht diesen Roman zu einer so guten Schullektüre? Der Schiffsjunge ist eine Figur, mit der sich ein Schüler identifizieren kann. Und aus der heutigen Sicht empfinde ich eine Schilderung von Einzelschicksalen, seien es reale oder fiktive, als einen wichtigen Schritt zum intuitiven und empathischen Verständnis von Geschichte. Denn es bedarf mehr als reiner Fakten, um historische Entwicklungen zu begreifen.

Fazit: 4 Sterne!

Alfred Andersch: Sansibar oder der letzte Grund. ISBN: 3-257-20055-2.

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[19/31-1] Und Nietzsche weinte


Tag 19 – Ein Buch, das du schon immer lesen wolltest

Seit ich meinen Lieblingsmenschen kenne (und die meisten wissen, dass das schon recht viele Jahre sind), möchte ich unbedingt eines seiner Bücher lesen. (Abgesehen davon, dass es da noch einige Bücher mehr in seinem Fundus gibt, die ich noch lesen werde.) Es handelt sich dabei um Yaloms "Und Nietzsche weinte". Ich habe sogar schon das erste Kapitel gelesen, das Buch jedoch immer wieder beiseite gelegt. Ich kann es auch nicht so genau erklären, weshalb. Einerseits will ich dieses Buch unbedingt lesen und habe es auch schon mehrmals empfohlen bekommen. Ein Roman zwischen Fiktion und Wirklichkeit, der den großen Philosophen Nietzsche und Sigmund Freuds Mentor Josef Breuer zusammenführt. Andererseits hielt mich dieses Buch bisher einfach nicht fest. Ob es am Schreibstil liegt? Möglich. Trotzdem werde ich es irgendwann lesen. Bestimmt. Glaube ich...

Irvin D. Yalom: Und Nietzsche weinte. ISBN: 3-442-72011-7.

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[18/31-1] Buchcover

Tag 18 – Das Buch, mit dem schönsten Cover, das du besitzt

Schönheit ist natürlich eine sehr subjektive Ansichtssache. Ich habe nun also mal unsere Bücherregale durchgestöbert und die in meinen Augen schönsten Bücher herausgesucht. Dazu gibt es heute eine Bilder-Collage, auf Inhalte gehe ich dieses Mal ausnahmsweise nicht weiter ein... Die Angaben findet ihr aber natürlich in gewohnter Weise unten.

Muriel Barbery: Die Eleganz des Igels. ISBN: 978-3-423-13814-7.
Ludwig Bechstein: Band 1: Märchenbuch. Band 2: Neues deutsches Märchenbuch. ISBN: 3-424-01372-2.

Paulo Coelho: Am Ufer des Rio Piedra saß ich und weinte. ISBN: 3-257-23146-6.
Daniel Defoe: Die späteren Fahrten des Robinson Crusoe zu seiner Insel und rund um die Welt. Verlag Neues Leben, Berlin, 1972.
Jan Fennell: Die sieben Leben deines Hundes. Der große Leitfaden vom Welpen bis zum Senior. ISBN: 978-3-548-37215-0.
Schütt/Weisgerber/Schuck/Lang/Stimm/Roloff: Lexikon der Nadelbäume. ISBN: 978-3-933203-80-9. Enzyklopädie der Laubbäume. ISBN: 978-3-937872-39-1. Bäume der Tropen. ISBN: 978-3-933203-79-3.

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Sonntag, 23. Januar 2011

[17/31-1] Das Leben im Gebirge

Tag 17 – Augen zu und irgendein Buch aus dem Regal nehmen

Bei dieser Aufgabe habe ich lange überlegt, wie ich sie lösen will, denn die Auswahl eines Regals hätte bereits eine Vorauswahl bedeutet und damit den Zufall eingeschränkt. Letztendlich habe ich Momos Idee abgekupfert und ein Komplettbild aller Bücherregale zusammengebastelt, in dem ich schließlich jedes Regalfach mit Büchern durchnummeriert habe. Mein Schwesterherz hatte dann die Aufgabe, eine Zahl zwischen 1 und 27 zu wählen, wobei sie sich für die 11 entschied. Aus dem Regalfach mit der 11 wähle ich nun also ein Buch mit geschlossenen Augen.

Damit ergibt sich für diesen Eintrag der Band "Das Leben im Gebirge" aus der Reihe "Natur-Bibliothek", die vom WWF und der Bild herausgegeben wurde. Man halte von der Zeitung, was man will (ich lese sie nicht), aber der WWF hat sich einen gewichtigen Partner zur Veröffentlichung der Reihe ausgesucht. Ein taktisch schlauer Feldzug. Die Reihe informiert über die Arten in verschiedenen Lebensräumen, sei es dem Wald, am Meer, auf der Wiese, und mehr. Wir haben die Bücher von Schwiegerpapa-in spe bekommen, da sie ja sehr gut in einen Förster/Jäger-Haushalt passen. Und sie sind unheimlich toll aufbereitet. Die Bilder sind sehr beeindruckend und die Art-Beschreibungen geben einen guten Überblick. Geeignet zum Schmökern, Staunen und Nachschlagen - nicht unbedingt im wissenschaftlichen Sinne, aber so doch für den persönlichen Informationsbedarf. Und dass der "blinde Zufall" jetzt den Gebirgs-Band traf, ist insofern sehr passend, dass ich genau diesen Band auf meine Lese-Liste für die nächsten Wochen gesetzt habe, da ich im kommenden Semester den Vertiefungsbereich "Wald im Gebirge" beginne. (Hallo Unterbewusstsein. ;-))

Fazit: 4 Sterne!

Weltbild Buchverlag (Hrsg.): Das Leben im Gebirge. ISBN: 3-89897-444-8.

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[16/31-1] Die Verwandlung - Gebrauchsanweisung für Schweden - Jagdliches Brauchtum und Jägersprache

Tag 16 – Das 9. Buch in deinem Regal v.r.

Das gleiche Spiel wie beim letzten Mal, auch hier nehme ich das jeweils 9. Buch von rechts pro Regal.

1) Da landen wir in meiner bzw. unserer Reclam-Ecke. Das halbe Regal-Brett ist gefüllt mit den kleinen gelben Heftchen, und teilweise orangen Ausgaben in Originalsprache. Die Nummer 9 ist Kafkas "Verwandlung" und damit eines der Werke, das ich in meinem Alltag erschreckend häufig zitiere. Ich kann schon gar nicht mehr zählen, wie oft ich wohl schon den ersten Satz in eine Unterhaltung eingestreut habe. ("Als Gregor Samsa eines Morgens aus unruhigen Träumen erwachte, fand er sich in seinem Bett zu einem ungeheueren Ungeziefer verwandelt.") Doch es ist immer wieder interessant die Reaktionen auf diesen Satz zu beobachten, wie sie von sofortigem Erkennen über Fragen ala "Wie meinst du das?" bis hin zu "He he, ja, äh, genau - (ich habe keine Ahnung wovon du sprichst, aber ich tu' so, als wüsste ich es)" reichen...
Mein Deutschlehrer hat immer gesagt, der Schlüssel zum Verständnis von Kafkas Werk liege in zwei wichtigen Erkenntnissen: Kafka hatte ein miserables Verhältnis zu seinem Vater und buhlte um dessen Anerkennung. Und: Er stellte sich eine Situation vor und führte diese ausweglos bis zum Ende, ein Zurück gibt es bei ihm nicht. So ist es in der "Verwandlung" die Ausgangssituation, dass Gregor Samsa eines Morgens als Käfer aufwacht und künftig sein Leben im Chitinpanzer zu führen hat. Eine Rückverwandlung steht nicht zur Debatte. Die Reaktionen seines Umfelds, insbesondere seiner Familie sind dabei überaus interessant zu verfolgen. Natürlich gilt es, Gregor zu verstecken, denn die anderen Menschen dürfen nichts von seiner Andersartigkeit mitbekommen... Ein hochinteressanter Roman, der der Gesellschaft mit der an sich völlig verrückten Idee der Verwandlung auf gelungene Weise den Spiegel vorhält. Und dabei sprachlich wundervoll zu lesen.

Fazit: 5 Sterne!

2) Vor mittlerweile auch schon wieder ein paar Jahren bin ich für ein Praktikum nach Schweden abgedüst. Kurz zuvor hatte ich Geburtstag und bekam hierzu von einer lieben Freundin ein super passendes Buch mit dem Titel "Gebrauchsanweisung für Schweden". Hierin fand ich viele amüsante Anekdoten über das Völkchen im Hohen Norden. Nicht alle empfinde ich im Nachhinein als wahr, doch es war eine schöne Vorbereitung auf meine Reise.
Obwohl die Autorin ein Haus in Schweden gekauft und dort nach eigenem Bekunden einige Zeit gelebt hat, frage ich mich doch so manches Mal, was sie für seltsame Schweden kennengelernt hat. Diejenigen, die ich während meines Praktikums kennenlernen durfte, waren so ganz anders und entsprachen in keiner Weise dem Bild, das Strubel in ihrem Werk prägt. Und niemals würde ich ihrer Aussage zustimmen, dass für die Schweden der "Norden" nördlich von Stockholm beginnt. Eher sollte man die Schweden aufteilen in "Stockholmer" und "Nicht-Stockholmer", wobei letztere in meinen Augen das "wahre" Schweden vertreten. Wie gesagt, nicht allem stimme ich zu, doch ein paar amüsante Anektoden versüßen die Lektüre. (Insbesondere die Schilderung kurzsichtiger Elche.) Alles in allem eine nicht allzu schlechte Vorbereitung, die man jedoch nicht zu sehr für bare Münze nehmen sollte.

Fazit: 3 Sterne!

3) Der Griff ins Uni-/Fachbuchregal. Das 9. ist ein Buch über Jagdliches Brauchtum und Jägersprache, das in einem Förster- und Jäger-Haushalt nicht allzu sehr überraschen dürfte. Insbesondere das Thema Jagd stößt in meinem Umfeld häufig auf Kritik, barsche Nachfragen und Unverständnis. Ich möchte an dieser Stelle nicht allzu weit ausholen, doch eines möchte ich festhalten: Sofern die Jagd nicht aus Trophäen-Kult und Jagd-Gier betrieben wird, stehe ich ihr sehr positiv gegenüber. Sie gehört zum Agieren im Forst, und sie gehört zur Geschichte des Menschen. Im Übrigen esse ich wesentlich lieber Wild, von dem ich weiß, dass es bis zur Erlegung ein natürliches und freies Leben in der Natur geführt hat, als Fleisch aus dem Supermarkt, das von unnatürlich zusammengepferchten Tieren in Massenhaltung stammt, die qualvoll dahin siechen mussten und mit Medikamenten und Nahrung vollgepumpt wurden, um dieses Dasein in irgendeiner Weise durchstehen zu können und dabei freilich möglichst schnell möglichst groß und fleischhaltig zu werden... (Ich will jetzt gar nicht von Dioxin-Skandalen anfangen.)
Zur Jagd gehört eine unheimlich große Verantwortung. Ich will auch gar nicht behaupten, es gäbe keine schwarzen Schafe unter den Jägern. Aber ich möchte auch darauf hinweisen, dass es leider wenige schwarze Schafe sind, die das Bild einer sehr großen Jägerschaft negativ prägen. Und ja, es gibt auch unter den Jägern unterschiedliche Auffassungen über die Ausübung des Waidwerks. In meinen Augen gehört dazu, sich mit der Vergangenheit und Kultur der Jagd auseinander zu setzen. Vieles, was Außenstehenden seltsam vorkommt, hat auch mit dem Respekt vor der Kreatur zu tun. Warum soll ich mir zum Beispiel nicht ein Geweih an die Wand hängen und damit dem Lebewesen, das sein Leben für mich gelassen hat, gedenken? Natürlich ist vieles im jagdlichen Brauchtum auch der Zeit geschuldet: Die Jagdsignale per Jagdhorn ermöglichten Anno Dazumal beispielsweise die Kommunikation über große Distanzen.
Nun aber zu Walter Freverts Werk: Es ist natürlich _sehr_ traditionell gehalten. Aber es bietet eben die Möglichkeit, sich mit der Jagdgeschichte intensiv auseinander zu setzen, den Hintergrund althergebrachten Kulturguts zu begreifen, und kritisch zu reflektieren.

Fazit: 3 Sterne!

Franz Kafka: Die Verwandlung. ISBN: 3-15-009900-5.
Antje Rávic Strubel: Gebrauchsanweisung für Schweden. ISBN: 978-3-492-27556-9.
Walter Frevert: Jagdliches Brauchtum und Jägersprache. ISBN: 978-3-440-11034-8.

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Freitag, 21. Januar 2011

[Offtopic] Handarbeit

Nicht zuletzt der hiesige Strick-Laden inspirierte mich dazu, wieder zu stricken. Das letzte Mal habe ich das in der Grundschule im Werkunterricht gemacht und danach bald wieder gelassen und schließlich verlernt. Ich konnte mich kaum noch erinnern, wie das mit den rechten und linken Maschen ging, erinnerte mich aber noch gut daran, dass Anfang und Ende immer Mama für mich machen musste. Da Mama nun aber nicht immer in der Nähe ist, um mir zur Hand zu gehen, musste ich ja nun alles von Grund auf selbst lernen. Um alles richtig zu machen, kaufte ich mir also nicht nur Stricknadeln und Garn, sondern dazu ein Handbuch zum Stricken. Das würde ich heute nicht mehr so machen. Das Internet ist eine wahre Fundgrube für Strickmuster, Anleitungen und Grundkurse - nicht nur günstiger, sondern auch noch besser als mein Buch. Das Geld war beinahe zum Fenster heraus geworfen...
Jedenfalls habe ich große Freude am Stricken gefunden und empfinde es als eine wunderbare Möglichkeit zum Entspannen. Und Konzentrationsfördernd ist es obendrein. Wo ich hinsehe, habe ich plötzlich das Gefühl, dass Stricken zum neuen Trend geworden ist. Erst gestern habe ich bei einem spontanen Treffen in der Kneipe am Tresen ein Mädel gesehen, das am Stricken war. Gut, ganz so nerdig bin ich (noch) nicht, dass ich mein Strickzeug überall hin mit schleife, aber ich ertappe mich immer öfter bei dem Gedanken, ich hätte doch mein Strickzeug mitnehmen können... Freilich aber nicht, wenn ich mich abends mit Leuten zum Quatschen treffe, das wäre in meinen Augen doch etwas unkommunikativ.
Nach einigen Probeanläufen ist nun mein erstes Werk fertig: Eine kleine Wichtelmütze für eine gute Freundin, die demnächst ihr erstes Kind erwartet. Dazu sollen jetzt noch kleine Söckchen kommen, und da kann ich gleich mehrere Pärchen stricken, da um mich herum gerade ganz schön Viele Eltern werden. Da geht mir die Arbeit also nicht so bald aus. Und es gibt ja noch so viel mehr: Strickwesten, Pullover, Schals, ... Ich fürchte, ich bin süchtig. Und die erste Auftragsarbeit gab es gestern auch: Eine Mütze für einen Kommillitonen - natürlich in forstlichem Grün. Da werde ich aber besser nach einem anderen Strickmuster suchen...;-)

[15/31-1] Rumo - Schlaglichter der deutschen Geschichte - Mord im Mai

Tag 15 – Das 4. Buch in deinem Regal v.l.

Bei mehreren über den Raum verteilten Regalen ist das eine gute Frage. Ich nehme einfach aus jedem Regal das jeweils vierte Buch von links von oben.

1) Walter Moers ist recht vielen ja durchaus bekannt. Mit seinem Käpt'n Blaubär hat er eine berühmte Figur geschaffen, die auch in der "Sendung mit der Maus" Groß und Klein amüsiert. Andere kennen vielleicht eher das "Kleine Arschloch" oder die "Adolf"-Comics. Die beiden letztgenannten sind nicht unbedingt mein Fall, ich mag viel lieber seine Zamonien-Romane. Zamonien ist eine eigene Welt, die Moers erschaffen hat und in der all seine Geschichten spielen. Teilweise kommen Figuren sogar in verschiedenen Romanen vor, interessanter weise passen die Schilderungen aber nicht logisch zusammen. Insofern kann man prinzipiell auch lesen, was und in welcher Reihenfolge man möchte, die Bücher stehen für sich. Sehr schön ist, dass das vierte Buch von links gleich mein liebster Roman aus Zamonien ist: "Rumo". Es schildert die abenteuerreiche Reise des jungen Wolpertingers Rumo quer durch Zamonien bis in seine Heimat Wolperting - geleitet wird er dabei von seinem silbernen Faden. Denn Rumo kann, wenn er seine Augen schließt, mit der Nase sehen... Der Roman besticht durch seine phantasievolle, lustige, teils verrückte Geschichte und ist einfach mitreißend zu lesen. Ein wunderbarer Kurzurlaub vom Alltag.

Fazit: 4 Sterne!

2) Die Bundeszentrale für politische Bildung (bpb) gibt viele lehrreiche und interessante Werke heraus und das Ganze zu äußerst erschwinglichen Preisen. Ich hatte Geschichte im schriftlichen Abitur und unser Kursleiter brachte uns damals auf die bpb-Materialien. Unser Kursleiter war uns nicht nur Lehrer, sondern auch Freund. Und nachdem ich jahrelang die Schülerzeitung geleitet habe und unser Kursleiter auch der verantwortliche Lehrer für die Schülerzeitung war, hatte ich besonders viel mit ihm zusammen gearbeitet. Zum Abschluss schenkte er mir Helmut M. Müllers "Schlaglichter der deutschen Geschichte". Ein Band, der die deutsche Geschichte seit den Germanen bis zur Jahrtausendwende kurz und prägnant darstellt und dabei den Fokus immer wieder auf (positiv wie negativ) herausragende Personen legt. Ein prima Nachschlagewerk, das sich auch zum Schmökern eignet!

Fazit: 4 Sterne!

3) Auch hier streife ich das Thema Schule, aber das nun eher als Kulisse. Während der sechsten und siebten Klasse herrschte in unserer Stufe das Krimi-Fieber. Vor allem die Mädels waren verrückt nach R.L. Stines Reihe "Fear Street", in der die Jugendlichen in Shadyside immer wieder in mysteriöse, kriminelle Geschichten verwickelt werden. Die Bücher sind jeweils in sich abgeschlossen und in beliebiger Reihenfolge lesbar. Das vierte Buch im Regal ist dabei "Mord im Mai", ein Krimi rund um Julies Clique, die von Al Freed immer wieder mit miesen Tricks geärgert wird. Doch eines Tages liegt Al tot vor der Rollschuhbahn. Die Suche nach seinem Mörder beginnt... Wie gesagt: Mit 12, 13 Jahren fand ich die Bücher unheimlich spannend und habe sie sehr gern gelesen. Mit zunehmendem Alter wurden sie jedoch immer vorhersehbarer und verloren ihren Reiz. Vielleicht lag das aber auch daran, dass man mit der Zeit das Grundmuster von Stines Geschichten durchdringt. Der erste Verdacht bestätigt sich natürlich nie und der Täter ist immer die Person, von der man es am wenigsten erwarten würde... Auf die Dauer nicht mehr spannend, aber die Bücher sind trotzdem zu schade zum Weggeben. Und vielleicht mögen sie ja mal meine Kinder lesen? ;-)

Fazit: 3 Sterne!

Walter Moers: Rumo und die Wunder im Dunkeln. Ein Roman in zwei Büchern. ISBN: 978-3-492-24723-8.
Helmut M. Müller: Schlaglichter der deutschen Geschichte. ISBN: 3-89331-486-5.
R. L. Stine: Mord im Mai. Das Unheil kommt auf leisen Rollen. ISBN: 3-7855-3101-X.

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Donnerstag, 20. Januar 2011

[14/31-1] Kindergeschichten


Tag 14 – Ein Buch aus deiner Kindheit

Diese Aufgabe möchte ich nun tatsächlich mal mit der mir zu Beginn dieser Stöckchen-Reihe ausbedungenen Kreativität der Auslegung beantworten. Da ich zum Stichwort "Das erste Buch, das du je gelesen hast" bereits mehrere Bücher vorgestellt habe und darunter eigentlich das hier so passende Buch "meiner" Abenteuer im Zirkus dabei war, nehme ich mal das Wort >Kindheit< zum Anlass und stelle euch hier eine etwas andere Sammlung von Kindergeschichten vor. Es handelt sich dabei um Peter Bichsels "Kindergeschichten". Ein kleines, aber feines Büchlein mit sieben kurzen Geschichten. Ihnen allen gemein ist eine vergleichsweise einfache Sprache. Die Gedanken in ihnen sind es jedoch nicht. Dennoch soll das nicht heißen, dass sich das Buch nicht ebenso tatsächlich für Kinder eignen würde. Es ist ein Buch für Groß und Klein. Und mich würde sehr interessieren, wie ich die Geschichten als Kind aufgenommen hätte... Sie bieten, getreu dem Motto "Und die Moral von der Geschicht'", interessante Anstöße. Ihnen gemeinsam ist ein beinahe kafkaeskes "Was wäre, wenn"-Szenario, das bis zum Ende durchdacht wird. Was wäre beispielsweise, wenn ein Mann aus purer Langeweile alle Gegenstände um ihn herum neu benennen würde, um auf diese Weise endlich Abwechslung in sein Leben zu bringen? Immer schwingt diesen Erzählungen auch ein Aspekt der Rebellion mit. Ein kleiner Junge, der sich nicht mit dem stillen Tod seines Großvaters abfinden will. Ein Erfinder, der sich nicht davon abschrecken lassen will, dass bereits alles erfunden wurde. Ein Mann, der nicht glauben will, dass die Welt rund ist, bis er sich mit seinen eigenen Augen davon überzeugt hat... Im Klappentext wird der Schriftsteller Otto F. Walter zitiert, der über Bichsels Kindergeschichten sagte, dass ihr Reiz im unterschiedlichen Verständnis liege, da unser Verstehen sich in unserem Leben stufenweise weiterentwickelt. Gerade deshalb eignen sich die Geschichten eben nicht nur für Kinder, aber auch nicht nur für Erwachsene. Überhaupt sollte man in meinen Augen Kindern bei ihrer Lektüre viel mehr zutrauen - das Verständnis des Gelesenen ist sicherlich ein anderes, als unser heutiges erwachsenes, doch ich bin davon überzeugt, dass auch und gerade "anspruchsvollere" Gedanken Kindern ein feineres Gespür für ihre Mitmenschen, sich selbst und ihre Umwelt zu geben vermögen. Und überhaupt sei nicht gesagt, dass das kindliche Verständnis über einen durch eigenes Zutun sprachlos gewordenen Mannes nicht so zutreffend sei, wie mein heutiges, oder gar das eines noch viel erfahreneren Menschen. Wem das zu moralisch daher kommt: Die Kindergeschichten bieten auch ganz einfach humorvolle Gedankenspiele. Denn wer sagt eigentlich, dass vor fünfhundert Jahren unter spanischer Führung tatsächlich ein Land namens Amerika entdeckt wurde? Es sei schließlich verdächtig, dass fast ausschließlich solch undeutliche Ausdrücke wie "Staaten" oder "Drüben" verwendet würden, wenn vermeintliche Besucher über dieses Land sprechen. Der schüchterne Hofnarr Colombin, der später vom König Columbus genannt wurde, könnte ja schließlich auch nur behauptet haben, ein Land entdeckt zu haben, und nur, weil es allen zu peinlich wäre, zuzugeben, dass sie das Land nicht finden können, hält sich der Mythos über dieses Land bis heute...

Fazit: 5 Sterne!

Peter Bichsel: Kindergeschichten. ISBN: 3-518-45660-1.

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Donnerstag, 13. Januar 2011

[Offtopic] Kleben, schneiden, aufwickeln, ...

Morgen steht die erste große Prüfung ins Haus: In einer Vierer-Gruppe führen wir eine Schulklasse durch den Wald. Nicht reine Waldpädagogik, sondern mit verstärktem Fokus auf Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE). Dementsprechend straff war das Programm für diese (im übrigen letzte) Vorlesungs-Woche.* Neben sieben Lehrveranstaltungen und einigen HiWi-Stunden war ich nach diversen Besprechungen und Probedurchläufen vor allem mit Basteln beschäftigt. Es galt zahlreiche Karten auszuschneiden, zu kleben, Stifte bereit zu legen und anzuspitzen und vieles mehr. Und eine beruhigende Aufgabe für den Abend: Das Aufwickeln eines Wollknäuels... Man fühlt sich selbst in seine Kindheit zurück versetzt, wenn es soviel Kreatives vorzubereiten und auszuführen gibt. ;-)

Aber das nur am Rande. Hauptanliegen meines Eintrags: Wenn ihr euren Weihnachtsbaum noch nicht entsorgt habt, macht doch Tee aus seinen Zweigen! Unseren Schülern bieten wir morgen einen Tannen-Tee an. Man nehme etwa zehn junge Tannen-Triebe (Nadeln und Zweig), zerkleinere sie und lasse sie in einem Liter heißen Wasser ziehen. Durchaus eine Viertelstunde. Ihr seht ja, wann der Tee eine entsprechende Färbung annimmt (ein relativ klares Hellbraun). Anschließend filtern und nach Belieben mit Honig oder Zucker süßen. Et voilà. Klingt fremd? Dann macht es euch bekannt! Auch für Nicht-Förster nur zu empfehlen! Und schon die Indianer haben auf einen Teeaufguss aus Nadel-Zweigen geschworen, da der hohe Vitamin C-Gehalt ihr Immunsystem gestärkt hat.

Demnächst möchte ich das mal mit Douglasie ausprobieren... Ich werde berichten.

* Ab nächster Woche beginnt offiziell der achtwöchtige Praktikumszeitraum, Prüfungen sind im April.

Freitag, 7. Januar 2011

[13/31-1] Kaum zu glauben - und doch nicht wahr

Tag 13 – Ein Buch, bei dem du nur lachen kannst

Ich könnte jetzt ganz einfallslos sein und einfach auf "Die Känguru-Chroniken" verweisen, die ich schon an anderer Stelle vorgestellt habe. Falsch wäre das nicht, denn bei diesem Buch habe ich wirklich extrem viel gelacht.

Aber ich will mal nicht so sein und stelle noch ein weiteres Buch vor, das mich ebenfalls zum Lachen gebracht hat - obgleich dieses auch das eine oder andere Mal in meinem Halse stecken blieb, oder ein bitterböses, zynisches Lachen war. Dabei handelt es sich um Bruno Jonas' "Kaum zu glauben - und doch nicht wahr". Eine kritisch-kabarettistische Würdigung unseres Politik-Zirkus'. Denn an die Redlichkeit unserer Politiker muss man vor allem eins: Glauben. Ebenso an die Gerechtigkeit, an Hartz IV, an sich selbst, sogar ans Nichts. Neben anregenden Überlegungen schildert Jonas nebenbei auch amüsante Szenen aus seinem Alltag, die sehr schmunzeln lassen. Und er bietet Gedankenspielereien, die einem das eine oder andere Mal das Hirn verknoten - was ich aber freilich nicht negativ meine. Doch manche Sätze muss man tatsächlich zwei, drei Mal lesen, und sich sprichtwörtlich auf der Zunge zergehen lassen.
Ich stehe sehr auf politisches Kabarett. Insbesondere von so intelligenten Kabarettisten wie Bruno Jonas. In diesem Sinne bin ich auch sehr stolz darauf, dass ich von diesem Buch eine signierte Ausgabe besitze, die mir meine Eltern von einer seiner Lesungen mitgebracht haben.

Fazit: 4 Sterne!

Bruno Jonas: Kaum zu glauben - und doch nicht wahr. ISBN: 978-3-8966-7283-4.

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Donnerstag, 6. Januar 2011

[12/31-1] Gevatter Tod - Alles Sense

Tag 12 – Ein Buch, das du von Freunden/Bekannten/... empfohlen bekommen hast

Endlich mal eine leichte Aufgabe - das kann ich sofort beantworten, denn ich habe Terry Pratchetts Scheibenwelt-Romane von so vielen Freunden und Bekannten empfohlen bekommen, dass ich das schon gar nicht mehr zählen kann! Und bisher hat sich noch jeder davon gelohnt. Akribisch genau, wie ich nun einmal bin, gehe ich dabei chronologisch vor und lese die Bücher der verschiedenen Zyklen der Reihe nach.

Pratchett hat in seinen Büchern ein eigenes Universum geschaffen, in dem sich auch die Scheibenwelt auf dem Rücken von vier Elefanten befindet, die wiederum auf dem Rücken der riesigen Schildkröte Groß-A'Tuin stehen. Auf dieser Welt tummeln sich verschiedenste kuriose Gestalten: Hexen, Zauberer, die Stadtwache, ... Diese verschiedenen Gruppen sind die Hauptfiguren der verschiedenen Zyklen, denen die Bände zuzuordnen sind. Meine absolute Lieblingsfigur (und zugleich mein Lieblings-Zyklus) ist TOD, der nicht in Anführungszeichen spricht, sondern SEINE KOMMENTARE IN DEINEN GEDANKEN ERSCHEINEN LÄSST. (TOD erscheint aber auch in allen anderen Zyklen immer wieder.)

Darstellungen des Todes reizten mich schon immer, sei es filmisch oder literarisch (z.B. in Zusaks Bücherdiebin). Pratchetts Figur begeistert mich dabei mit ihrer Ironie, ihrem Zynismus und ihrer Tiefsinnigkeit.
In "Gevatter Tod" hängt TOD die Sense sprichwörtlich an den Nagel, um Urlaub zu machen und das Leben der Menschen kennenzulernen. Natürlich sucht er für die Zeit seiner Abwesenheit nach einer Vertretung und findet sie in dem eher ungeschickten Jungen Mort. (Man beachte die Namenswahl!) TOD reist schließlich durch die Scheibenwelt und versucht, die Freuden des menschlichen Lebens auszukosten. Dabei stellt er zahlreiche interessante Überlegungen an, während Mort sich mehr und mehr mit seiner neuen Rolle identifiziert und bald IN GROSSBUCHSTABEN SPRICHT, WAS TODS TOCHTER ISABELLE ÜBERHAUPT NICHT IN DEN KRAM PASST...

Und was würde passieren, wenn TOD seiner Arbeit nicht mehr nachkäme, weil er entlassen wurde? Nun, in Pratchetts Roman "Alles Sense" verdingt er seine Arbeitskraft mit einer für die Bäuerin erschreckend scharfen Sense auf einem Bauernhof, wo er als Aushilfe mit dem Namen Bill Tür sein Auskommen sucht. Doch TOD diente immer der Zeit - er ist kein Seelenräuber, der die Menschen umbringt, sondern er begleitet die Seelen, deren Zeit abgelaufen ist, auf ihrem letzten Weg. Sein einziges Interesse ist es, ihnen den Abgang so leicht wie möglich zu machen, weshalb er auch penibel auf die Schärfe seine Sense achtet. Was nun also, wenn TOD dieser Aufgabe nicht mehr nachkommt? Das Leben reichert sich auf der Scheibenwelt an, was dazu führt, dass ein Ungleichgewicht zwischen Leben und Tod entsteht. Schließlich werden sogar sonst unbelebte Dinge lebendig und es rotten sich seltsame Drahtgestelle zusammen, um gruselige Gebäude zu errichten, die die Bewohner der Scheibenwelt in ihren Bann zu ziehen und nicht mehr loszulassen drohen. (Es stellt sich schließlich heraus, dass es sich um Einkaufswagen handelt, die Supermärkte errichten.)

Immer wieder zum Schmunzeln, Kichern und lauthals Auflachen, aber auch zum Denken. Unter bissigen Andeutungen versteckt, finden sich zahlreiche Hinweise auf seltsame Auswüchse unserer heutigen Gesellschaft, wenn man Pratchett denn unter diesem Aspekt lesen kann. Das schöne an den Büchern ist, dass man sie auch einfach zur Zerstreuung lesen kann und sie dann vor allem muntere, wenn auch abstruse Geschichten darstellen. Aber ich wisst ja, dass ich immer noch viel darüber hinaus denke und sehr nach dem Subtext schaue... Und da glaube ich, dass ich noch längst nicht alles entdeckt habe, was Pratchett in seinen Romanen noch so alles versteckt hat. Fazit: Unglaublich intelligenter Humor eines (bezeichnenderweise) Philosophen!

Um hier nicht den Rahmen zu sprengen, will ich meine Ausführungen auf die zwei Werke aus dem TOD-Zyklus beschränken. Aber auch alle anderen sind lesenswert und voller abstruser und genialer Ideen. Weitere Informationen zur Scheibenwelt findet ihr bei Interesse hier.

Fazit: 5 Sterne!

Terry Pratchett: Gevatter Tod. Ein Roman von der bizarren Scheibenwelt. ISBN: 978-3-4922-8504-9. Alles Sense. Ein Scheibenwelt-Roman. ISBN: 978-3-4424-2130-5.

Seht hier Momos und Dines Empfehlungen.

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Mittwoch, 5. Januar 2011

[Offtopic] Zwölf-Uhr-Läuten

Nach mittlerweile vier Monaten im Bayernland passt sich Meiner-Einer wohl doch der hiesigen Kultur an - zumindest der Essens-Kultur. ;-) Obwohl ich ja immer behauptet hatte, niemals auf Weißwürste oder süßen Senf zu stehen, Kümmel auf ewig für das überflüssigste Gewürz zu halten und auch mit Weißbier nicht so recht warm zu werden, hat mein Lieblingsmensch wohl seine Hausaufgaben ganz gut gemacht. Wieso Hausaufgaben? Nun, der von mir am meisten geschätzte Prof meiner zweiten Alma Mater gab ihm dies mit auf dem Weg: Er möge mich doch gefälligst schnell mit der bayerischen Küche vertraut machen. Und irgendwie hat es tatsächlich geklappt, so dass wir den Heiligen Abend und den Silvestertag jeweils mit einem richtig traditionellen Weißwurstfrühstück begannen. (Und die Weißwürste haben das Zwölf-Uhr-Läuten nicht gehört.*)
Gleichzeitig ist das auch eine schöne Erinnerung an die "alte Heimat", das Weißbier-Glas gab es nämlich als Abschieds-Geschenk.

* Wobei das heute überflüssig ist. Das stammt noch aus der Zeit, in der es keine Kühlmöglichkeiten gab. Die Weißwurst ist eine Brühwurst (nicht geräuchert wie z.B. Knacker), weshalb sie schnell schlecht werden konnte. Es galt also, sie so schnell wie möglich zu verkaufen und verzehren, bevor es zur Mittagszeit richtig warm wurde.

[11/31-1] Elfen-Triologie

Tag 11 – Ein Buch, das du mal geliebt hast, aber jetzt hasst

Nach langer Weihnachts- und Neujahrs-Pause geht es hier endlich wieder weiter. Auf diesem Wege allen LeserInnen auch von mir die besten Neujahrswünsche, auf dass ihr verwirklichen könnt, was ihr euch vornehmt, und ein fröhliches, sonniges und vor allem gesundes neues Jahr verlebt!

Tja, so lange habe ich wieder die Stöckchen-Reihe pausiert und dann gleich so eine harte Nuss. Ein Buch, das ich mal geliebt habe, und nun hasse. Hmmm. Am ehesten trifft dies wohl zu auf Jean-Louis Fetjaines Elfen-Triologie. Doch Hass ist dafür eigentlich ein viel zu großes Wort. Aber letztendlich ging mir die Geschichte mehr und mehr auf die Nerven. Sie ist in meinen Augen zu überladen, zu dramatisch, zu malerisch, zu märchenhaft - und zu abgekupfert. Es finden sich so viele Motive in der Geschichte, die man doch schon irgendwo anders her kennt. Ich habe die Triologie im zarten Teenager-Alter gelesen und das erste Buch fand ich noch sehr schön. Schön zu lesen, und auch schön anzusehen, da die Einbände sehr hübsch gehalten sind. (Zumindest bei meinen damaligen Paperback-Ausgaben.) Spätestens den dritten Band las ich aber nur noch, um endlich zu erfahren, wie die Geschichte der Elfen ausgeht. Denn sie wurde auch einfach zu langatmig. Ich würde die Bücher also nicht gerade weiterempfehlen. Dementsprechend genießen sie hier wohl eher eine zweifelhafte Würdigung...

Fazit: 2 Sterne!

Jean-Louis Fetjaine: Vor der Elfendämmerung. ISBN: 3-4232-4234-5. Die Nacht der Elfen. ISBN: 3-4233-4290-6. Die Stunde der Elfen. ISBN: 3-4232-4334-1.

Auch Momo wurde mit dieser Frage nicht so ganz grün. Dine hatte mit ihrer bisherigen Lektüre übrigens so großes Glück, dass sie hierzu gar nichts nennen kann.

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[Offtopic] Letzte Weihnachts-Impressionen

Allmählich neigen sich die Weihnachtsferien ihrem Ende zu. Meine ersten echt freien Tage seit - ja, seit wann eigentlich? Wenn ich ehrlich bin, habe ich seit meinem Praktikum Mitte 2007 nicht mehr das Gefühl gehabt, ich hätte ernsthaft ausgespannt. Selbst in unserem Urlaub im Allgäu Ende 2009 hatte ich Lernkarten dabei, um mich auf eine anstehende Prüfung vorzubereiten. Insofern taten die letzten Tage enorm gut. Viel Schlafen, regelmäßig essen (sofern es der Schlaf zuließ), Bücher lesen, spazieren gehen, stricken, - sagte ich bereits: schlafen? Das tat gut und war unheimlich nötig.

Nun geht es frisch erholt, beschwingt und voller Tatendrang ins neue Jahr. Ich bin gespannt, was es für neue Wendungen, Ereignisse und Herausforderungen bereit hält.
Vor allem hoffe ich, viele von euch wiederzusehen, mit euch zu lachen und über Gott und die Welt zu quatschen. Und ich hoffe, dass das magentafarbene Unternehmen endlich unseren Telefonanschluss vollends einrichtet. Ach ja: Telefonieren geht aber schon...

Ich wünsche euch ein wundervolles, ereignisreiches und fröhliches, gesundes Jahr 2011!