Freitag, 23. Dezember 2011

[Freitags-Füller] #26

Einmal werden wir noch wach, heissa, dann ist Weihnachtstag... Wahnsinn! Wisst ihr, worauf ich mich dieses Jahr am meisten freue? Am morgigen Heiligabend klingelt nicht der Wecker! Morgen habe ich nichts geplant, außer auszuschlafen, noch länger im Bett liegen zu bleiben, in Büchern zu schmökern, die letzten Geschenke einzupacken und abends zum Christvesper zu gehen. Habe ich etwas vergessen zu erwähnen? Ach ja, ganz viel kuscheln... Einen so besinnlichen Tag habe ich das ganze Jahr nicht gehabt und freue mich schon jetzt unheimlich darauf. Hinter uns liegt ein sehr verrücktes Jahr und nun kommt die letzte Woche des Jahres ganz ohne Uni, ganz ohne Arbeit wirklich wie gerufen. Ab dem 1. Weihnachtsfeiertag steht bei uns dann auch "Familien-Hopping" an, aber auf all die Wiedersehen freue ich mich schon. Nun aber noch zum Freitags-Füller, der gehört schließlich mittlerweile zum Freitag dazu! Die Vorgaben sind wie immer von der lieben Barbara und meine Antworten sind fett markiert.

1. Morgen klingelt der Wecker nicht, ich habe ihn eben schon ausgeschaltet.

2. Wir haben eigentlich keine Tradition am Heiligabend. Früher war es bei meinen Eltern aber Tradition, Kartoffelsalat zu essen, sich unter dem Christbaum zu versammeln, ein Gedicht aufzusagen und dann die Geschenke zu öffnen. Anschließend wurde per Selbstauslöser ein Familienfoto gemacht. Man müsste die mal in einer Bilderschau nacheinander durchlaufen lassen, schon lustig, wie sich alle über die Jahre verändert haben...

3. Mit einer Videokamera werde ich nächstes Jahr wohl mein Schwesterherz losschicken, damit sie die wichtigsten/schönsten Momente unserer Hochzeit festhalten kann. Dazu bräuchte ich bloß noch eine...

4. Wir planen dieses Jahr kein großes Weihnachtsessen. Da wir ja die Tage darauf von Familie zu Familie tingeln, werden wir dort mit so viel Essen versorgt, dass ein Tag als Spatz im Vorfeld nicht schaden kann...;-)

5. Ich wünsche mir, dass das neue Jahr wesentlich ruhiger und bewusster wird, dass es nicht so hektisch betriebsam vorbei rauscht und ich im Dezember auch mal wirklich das Gefühl habe, ja, jetzt wird Weihnachten - und nicht: Wie, schon wieder Weihnachten?!

6. Das Nichts-Tun dehne ich auf einen längeren Zeitraum aus, der Uni-Kram ruht (das erste Mal in diesem Jahr) auch zwischen den Tagen.

7. Was das Wochenende angeht, heute abend freue ich mich auf liebe Freunde, morgen habe ich (siehe oben) geplant und Sonntag möchte ich den Tag im Kreise meiner Familie genießen!

Ihr Lieben, ich wünsche euch ein frohes und besinnliches Fest. Genießt ein paar ruhige Tage und lasst es euch einfach gut gehen! Es sind so verrückte Zeiten, überall wird über die vorbei rasende Zeit geklagt - lasst uns die Weihnachtstage bewusst genießen und die Zeit wenigstens für ein paar Tage einfach einmal verlangsamen. Ich grüße euch ganz lieb!

Sonntag, 18. Dezember 2011

[Blogparade] Zum Jahresende 2011

(Für Quelle auf's Bild klicken.)

Katrin von BuchSaiten lädt zu ihrer dritten Blogparade, in diesem Jahr möchte auch ich teilnehmen, denn es bietet eine wunderbare Möglichkeit, um auf das vergangene Lesejahr zurück zu blicken. (Ihr könnt das übrigens auch noch bis zum 02.01.2012 um 23:59:59 hier tun.)

* Welches war das Buch in diesem Jahr, von dem ich mir wenig versprochen habe, das mich dann aber positiv überrascht hat? (und Begründung)
Sagen wir einmal so: Ich lese eigentlich keine Bücher, von denen ich mir nicht irgendetwas verspreche. Aber es sind doch die einen oder anderen Exemplare dabei, die mich wesentlich stärker vom Hocker zu hauen vermochten, als ich ihnen zunächst zugetraut hätte. Da wären zum Beispiel "Ashes, Ashes", das in der Blogwelt ja nicht unbedingt nur gut weggekommen ist, oder "Ruhe nirgends", das aufgrund seiner Zähigkeit zu Beginn auch schon manchen Leser abgeschreckt hat. Und bei "Bankster" hätte ich auch nicht gedacht, dass mir ein solches Grundthema so ein tolles Buch bescheren könnte. Es lohnt sich eben, sich seine eigene Meinung zu bilden.

* Welches war das Buch in diesem Jahr, von dem ich mir viel versprochen habe, das mich dann aber negativ überrascht hat? (und Begründung)
"Das Stille Kind" hat mich leider ziemlich enttäuscht, ich hätte einfach viel mehr Fokus auf den Autismus von David erwartet. Leider hat Asta Scheib hier unheimlich viel Potential verschenkt, indem sie zu viele weitere Handlungsstränge geflochten hat. "Schwarze Oliven" hat einen sehr bitteren Nachgeschmack hinterlassen (wie passend, dass ich keine Oliven mag) und "Vampirsohn" fand ich spätestens ab der Hälfte einfach nur noch lächerlich.

* Welches war eure persönliche Autoren-Neuentdeckung in diesem Jahr und warum?
Für geniale Romane danke ich in meinem Lesejahr 2011 ganz besonders John Boyne, Tristan Garcia, John Stephens, die ich alle bis dahin nicht kannte, von denen ich aber gern noch viel mehr lesen möchte.

* Welches war euer Lieblings-Cover in diesem Jahr und warum?
Mir gefielen besonders das kreative Cover von "Fausto", das malerische Cover von "Sonnengruß für Regentage", das unglaublich greifbar gezeichnete Cover von "Das Labyrinth der Wörter" und das verträumte Cover von "Strange Angels. Verraten".

* Welches Buch wollt ihr unbedingt in 2012 lesen und warum?
Ich freue mich ganz besonders auf die Fortsetzung von "Emerald" - den zweiten Band der Chroniken vom Anbeginn, dessen Titel noch nicht fest steht. Hoffentlich bleibt es beim Erscheinungstermin im März 2012 und es wird nicht noch verschoben... Und auch auf "Strange Angels. Verflucht" bin ich schon sehr gespannt. Leider wurde die deutsche Veröffentlichung jetzt ja schon um einen Monat hinaus geschoben und es soll nun doch erst Anfang Januar auf den Markt kommen.

Und was sagt ihr zu eurem Lesejahr 2011?

Freitag, 16. Dezember 2011

[Freitags-Füller] #25

Zu Hilfe - es ist ja schon wieder Freitag! Wie kann die Zeit nur so schnell verfliegen?! Jetzt schnell Freitags-Fülle(r)n und dann den Balkon orkanfest machen, bevor uns hier alles davon fliegt... Und dann muss ich noch ganz dringend an meiner Seminararbeit weiterschreiben - es könnte ja langweilig werden. ;-) Die Vorgaben sind wie immer von der lieben Barbara und meine Antworten sind fett markiert.

1. Ein Glas Wein kann durchaus inspirierende Kräfte frei setzen - ging mir zumindest mal so, als ich einen Essay schreiben musste und einfach nicht voran kam, bis mir mein Paps ein Glas Wein auf den Schreibtisch stellte. Auf einmal flossen die Wörter nur so aus mir heraus...;-)

2. Im vorletzten Studiensemester mit fertigen Stundenplänen und Arbeitsaufträgen zugekleistert zu werden nervt mich total.

3. Der beste Weg um Ich habe ein Déjà vu - das wurden wir doch letzte Woche schon gefragt.

4. Ich mag unseren Weihnachtsbaum. Eine richtig schön dichte Nordmann-Tanne, die nicht ganz so symmetrisch gewachsen ist und dadurch viel natürlicher wirkt. Wohl der ideale Weihnachtsbaum für ein Förster-Pärchen...


5. Wenn ich so aus dem Fenster blicke, bin ich ja schon gespannt, ob heute wirklich alle Gäste, die zugesagt haben, zu unserer Weihnachtsfeier kommen, oder ob des stürmischen Regens lieber zu Hause bleiben. (Hoffentlich nicht!)

6. Ich muss unbedingt noch eine zusätzliche Kleinigkeit für mein Schwesterherz besorgen. Die gewünschten Socken kriege ich wohl nicht mehr rechtzeitig bis Weihnachten fertig gestrickt...

7. Was das Wochenende angeht, heute abend freue ich mich auf unsere Weihnachtsfeier mit lieben Leuten, Wichteln, Weihnachtsmusik und Feuerzangenbowle, morgen habe ich gehen wir nach einem Anzug für meinen Lieblingsmenschen Ausschau halten geplant und Sonntag möchte ich zwar nicht an die Uni denken müssen, aber dieses WE geht es mal wieder nicht anders: Wir müssen noch unsere Präsentation für Montag fertig stellen und der Rest der Gruppe ist vorher nicht da...!

Ich hoffe, euch geht es gut, und wünsche euch ein schönes Wochenende. Was habt ihr denn so geplant? Postet es doch im Kommentar, oder greift euch selbst den aktuellen Freitags-Füller.

Mittwoch, 14. Dezember 2011

[Am Rande] Warum Blogger bloggen

Vielleicht erinnert ihr euch noch daran, dass ich euch einmal einen Link empfohlen habe, der euch zu einer Umfrage führte - Kerstin suchte im Rahmen ihrer Abschlussarbeit BloggerInnen, die ihr durch ihre Teilnahme Aufschluss über die eigentlichen Motive des (Bücher-)Bloggens ermöglichten. Ihre zentrale Frage lautete, warum sich Buch-Blogger und -YouTuber in ihrer Freizeit und in aller Regel unentgeltlich hinsetzen und ihr Wissen über Literatur und alles weitere rund um Bücher weitergeben. Diese Frage einmal wissenschaftlich zu untersuchen, fand ich sehr interessant und deshalb habe ich gern an Kerstins Umfrage teilgenommen, wie mehr als 200 weitere Buch-Blogger - nein, eigentlich muss man sagen: Buch-Bloggerinnen, denn es waren gerade einmal elf männliche Umfrageteilnehmer, ein Phänomen, das öfter auffällt. Denn die meisten Buch-Blogs werden ja tatsächlich von Frauen betrieben - zumindest, was ich so kenne...
Woher weiß ich, dass so viele teilgenommen haben? Nun, mittlerweile hat Kerstin ihre Bachelorarbeit abgeschlossen und Interessenten über ihre zentralen Ergebnisse informiert - nach Absprache mit ihr darf ich euch an dieser Stelle darüber berichten.

Als zentrale Motive für den Wissensaustausch über Bücher und das Lesen hat Kerstin die folgenden ermittelt:
  • (fachlicher) Austausch mit Gleichgesinnten
  • berufliche Ambitionen
  • Vergnügen
  • öffentliche (Selbst)Darstellung eigener Fähigkeiten
Für das Schreiben von Rezensionen ermittelte sie folgende Beweggründe:
  • Hilfestellung
  • Förderung unbekannter Autoren und Bücher
  • Erinnerung
  • Ansehen
Das allein reicht natürlich noch nicht für eine psychologische Untersuchung, sondern es wurde auch analysiert, welche Einflussgrößen diese Motive beeinflussen (können). Aus Kerstins Umfrage ergab sich, dass ein hohes Bedürfnis nach Geselligkeit die Motive des (fachlichen) Austausches und der Hilfestellung verstärkt.
Auch die Persönlichkeit wurde als Einflussfaktor untersucht: Hier hat Kerstin ermittelt, dass unter ihren Umfrageteilnehmern ein erhöhtes Maß an Offenheit vorliegt. Insbesondere die Teilnehmer mit einer sehr hohen Offenheit, haben übrigens auch verstärkt auf das Thema berufliche Ambitionen hingewiesen.

Ich fand diesen Einblick in Kerstins Ergebnisse sehr interessant und aus der Perspektive der beobachteten Laborratte kann ich noch hinzufügen, dass ich mich in einigen der Ergebnisse durchaus wiedergefunden habe, denn ich habe das Bloggen über Bücher tatsächlich aus dem Grunde begonnen, um mich mit anderen über tolle Bücher auszutauschen und das Gelesene für mich selbst noch einmal zu reflektieren - so kann ich mich auch nach langer Zeit noch daran erinnern, was ich mal gelesen habe und wie ich es fand. Mir bereitet das Buch-Bloggen auch nach mittlerweile mehr als zwei Jahren nach wie vor große Freude und über Kommentare wie "Danke für die Rezension, ich habe richtig Lust bekommen, dieses Buch selbst einmal zu lesen" kann ich mich tagelang freuen wie ein kleines Kind.

Herzlichen Glückwünsch an Kerstin zur Fertigstellung ihrer Bachelorarbeit! Am Ende kam sie auf ein beachtliches Werk von 99 Seiten - ganz schön umfangreich für eine Bachelorarbeit, wie ich finde. Aber wenn einen ein Thema erst einmal packt, hängt man sich auch gern rein. Ich kenne das nur zu gut von meiner eigenen Bachelorarbeit, die den Umfang letztendlich mehr als gesprengt hat. Und nun juckt es mich schon wieder in den Forscherfingern: In wenigen Monaten beginnt mein Masterarbeits-Semester und gerade gestern wurde ich auf ein geniales Thema gestoßen - oh, wie bin ich gespannt... Aber darüber berichte ich vielleicht einmal an anderer Stelle.

Montag, 12. Dezember 2011

[Harry Potter-Challenge] Der Feuerkelch

Mit der Harry Potter-Challenge werde ich wohl nicht mehr fertig, zumindest nicht im Rahmen der vorgegebenen Zeit. Aber das macht gar nichts; viel wichtiger ist es mir dann doch, wie viel Freude es mir bereitet, die Bände wieder einmal zu lesen und die Challenge war ja dann nur der letzte Anstoß, dieses Vorhaben in die Tat umzusetzen. Wie Sandra so treffend kommentiert hat: "Es ist wie nach Hause zu kommen, wenn man die Bücher liest. Hogwarts ist einem irgendwie vertraut" - da ist absolut etwas dran.

Den vierten Band habe ich mittlerweile abgeschlossen. Relativ zeitnah habe ich mir auch die Verfilmung noch einmal angesehen - ich muss ehrlich sagen: Der 4. Teil gefällt mir filmtechnisch lange nicht so gut wie alle anderen, zu laut, zu bunt, zu überdreht - und zu schlecht gesprochen (ich habe den Film in der Originalfassung gesehen).
Das 4. Buch hat mir wiederum viel Lesefreude bereitet. Ich bewundere einmal mehr Rowlings Feingespür für ihre Charaktere - wie oft habe ich beim Lesen laut ausgerufen: "Man, Ron, warum bist du so zickig?" - aber klar: Er kommt in die Pubertät! Genau das hat Rowling so wunderbar einfließen lassen, ohne dass es direkt ausgesprochen werden musste. Sie wirft ihren Leser mitten ins Geschehen und es lässt sich sooo gut nachempfinden, wie sich Harrys Magen anfühlt, als er Cho fragen will, ob sie ihn zum Ball begleitet. Allgemein war ich verblüfft, wie wenig Raum das Trimagische Turnier im Buch eigentlich einnimmt, denn es war mir noch am meisten in Erinnerung. Dabei erhält Hermines Kampf gegen die Ausbeutung der Hauselfen und Rita Kimmkorn mindestens genau so viel Aufmerksamkeit und hat mich sehr gut unterhalten. Sehr schön finde ich, wie viel Raum auch für die Erlebnisse in den Sommerferien besteht. Mir gefällt außerdem, wie sich Sirius um seinen Patensohn kümmert (und wie Harry so überhaupt nicht damit umgehen kann, wenn sich jemand um ihn sorgt und ihn beschützen will), und die Rückkehr von Lord Voldemort hat mir wieder einen Schauer über den Rücken gejagt. Schon Harrys Einblicke in Voldemorts Gedanken und Gespräche sind so überzeugend düster, dass die aufsteigende Gefahr geradezu greifbar ist. Und ist euch eigentlich mal aufgefallen, dass Wurmschwanz den tödlichen Fluch gegen Cedric genau am Ende der Seite "666" ausspricht? Ein genialer Zufall!

Joanne K. Rowling: Harry Potter und der Feuerkelch. ISBN: 978-3-551-55193-6

Freitag, 9. Dezember 2011

[Freitags-Füller] #24

Prompt kann ich wieder bloggen, ist es auch schon wieder Zeit zum Freitags-Fülle(r)n. Die Vorgaben sind wie immer von der lieben Barbara und meine Antworten sind fett markiert.

1. Der beste Weg um aufkeimenden Ärger zu vermeiden ist gleich miteinander zu reden.

2. Parlaments-Protokolle lese ich gerade, und analysiere, wie darin über den Wolf gesprochen wird. (Studienarbeit, sehr amüsant)

3. Mein Unser Adventskranz war gerade noch der letzte im Regal, da hatten wir Glück. Wir haben ihn auch erst einen Tag vor dem 1. Advent geholt - leider nicht selbst gebastelt, aber dafür blieb in diesem Jahr einfach keine Zeit.

4. Dass in zwei Wochen schon Weihnachten ist, finde ich einfach unglaublich.

5. Es nähert sich in so großen Schritten das neue Jahr und damit mein letzter Prüfungsblock an der Uni, unsere Hochzeit, meine Abschlussarbeit, mein Studienende, ...

6. Im Kopf habe ich derzeit aber einfach nur unsere Hochzeit und ich könnte mich tagaus tagein mit der Gestaltung von Einladungskarten, Blumenschmuck, Menüzusammenstellungen und Familientelefonaten beschäftigen - und es fällt mir extrem schwer meinem Lieblingsmenschen nicht schon mein Kleid zu zeigen, um die Wahrheit zu sagen.

7. Was das Wochenende angeht, heute abend freue ich mich auf eine WG-Feier mit selbstgemachter Live-Musik, morgen habe ich gehen wir Weihnachtsgeschenke und -baum aussuchen und dann ist Plätzchen backen und den Baum schmücken geplant und Sonntag möchte ich ausschlafen, entspannen und etwas Papierkram erledigen!

Ich hoffe, euch geht es gut, und wünsche euch ein schönes Wochenende. Was habt ihr denn so geplant? Postet es doch im Kommentar, oder greift euch selbst den aktuellen Freitags-Füller.

Donnerstag, 8. Dezember 2011

Wunder geschehen morgen

Zwei Familien, wie sie wohl unterschiedlicher nicht sein könnten, reisen zur gleichen Zeit aus England zum Urlaub an den Orta-See in Italien. Während Ginny und Adam den frühen Tod ihres Sohnes Isaac zu verkraften suchen, ist es vor allem wichtig, dass sie endlich wieder zueinander finden und sich nicht immer weiter voneinander entfernen. Für Ginny ist dies wohl die größte Herausforderung, denn sie definiert sich nur noch über ihren Schmerz.
Und ausgerechnet in dieses Bedürfnis nach Abgeschiedenheit und Ruhe platzt die Familie Sale hinein und bewohnt für die nächsten Wochen die herrschaftliche Villa am anderen Ende des Grundstücks. Die Sales scheinen all das zu haben, wovon auch Ginny und Adam geträumt hatten: Engen Familienzusammenhalt, ein unerschütterliches Urvertrauen in ihre Selbstwirksamkeit und eben - Kinder. Vor allem Ginny kann sich mit der neuen Situation zunächst so gar nicht anfreunden, doch die beiden Familien geraten schneller in einen Wirbel von Ereignissen, der sie plötzlich fester zusammen zu schweißen scheint, als ihnen lieb ist.

Candlishs Versuch, in ihrem Roman zwei starke Frauen darzustellen, die auf ihre Weise mit ihrem Schicksal hadern und sich darüber eng anfreunden, ist in meinen Augen sehr mutig, denn sie hat nicht gerade gespart mit unausgesprochenen Geheimnissen, Verwirrungen und ungeahnten Zusammenhängen. Leider führt der Klappentext des Buches den Leser zunächst auf die falsche Fährte - so eng ist die Freundschaft zwischen Ginny und Bea gar nicht, und wie könnte sie das auch, wo die beiden Frauen doch gerade einmal ein paar Tage miteinander verbringen, bzw. sich in diesen Tagen nur immer einmal wieder kurz begegnen. Es ist wohl viel mehr die Tatsache, dass sie einander doch eigentlich fremd sind, die sie sich einander anvertrauen lässt. Wirklich stützen können sie sich gegenseitig jedoch nicht, sondern sie gehen ihren Weg jeweils für sich. Und auch wenn sie nach dem Urlaub, wie der Klappentext verspricht, tatsächlich nicht mehr die sind, die sie vorher waren, so lag es nicht an einer wahrhaft entstandenen Freundschaft. Im Vordergrund stehen aber eigentlich zwei, nein drei, ganz andere Wendungen, die ich hier nicht vorweg nehmen möchte.

Alles in allem ist dies ein Roman, der mit all seinen unterschiedlichen Charakteren durchaus in seinen Bann zu ziehen vermag, und auch ein paar schöne Lesestunden bereit hält. Auch bietet er einige Passagen, die seiner Leserin (denn ich würde sagen, dass dieses Buch sich eher für Frauen eignet) doch immer wieder einmal ein Schmunzeln entlocken, aber auch ein paar Tränchen bereit halten. Zugleich habe ich oft den Kopf geschüttelt, denn nicht alle Geheimnisse lassen ihre Träger in gutem Licht erscheinen. Was ich jedoch schade finde ist, dass einfach zu viele weitere Geheimnisse eingewoben werden, die Handlung ist zu verstrickt und zugleich zu konstruiert. Und auch die extrem tiefenpsychologisch angehauchten Selbstreflexionen der Protagonistinnen empfand ich als zu analytisch, was dem Roman den einen oder anderen lehrhaften Ton mitgegeben hat, der mich persönlich gestört hat.

Dennoch: Die Charaktere sind sehr sauber ausgearbeitet und die Urlaubsszenerie sehr schön beschrieben. Dieses Buch wird seine Liebhaberinnen finden.

Fazit: 2 Sterne!

Louise Candlish: Wunder geschehen morgen. ISBN: 978-3-547-71174-5

[Offtopic] Hallo Welt!

Ja, es gibt mich noch! Und ich hoffe, ihr schaut hier noch immer vorbei, obwohl ihr die letzten zwei Wochen immer nur den traurigen Hinweis erhalten habt, dass mein Blog entfernt worden sei... Ich habe mich bis vor kurzem gesträubt, meinen Blogger-Account zu verifizieren, weil ich meine Kontaktdaten nicht hinterlegen wollte, aber Bettel-Mails halfen nichts, mein Account blieb eingefroren. Nun habe ich mich also doch zur Verifizierung durchgerungen - und mei, bin ich froh, dass hier noch alles beim Alten und prompt wieder zugänglich ist. In diesem Sinne hoffe ich also sehr, dass ihr, liebe Leserinnen und Leser, mich noch nicht vergessen oder meinen Blog aus eurem Linkverzeichnis gelöscht habt. Ich habe euch und das Bloggen sehr vermisst und freue mich schon, hier wieder Leben in die Bude zu bringen... Eine Rezension habe ich auch gleich noch für euch - in diesem Sinne: Hallo Welt, schön, dass du wieder da bist.