Vor mittlerweile sechs Monaten (wohin ist eigentlich die Zeit verschwunden?!) rief ich zu einer Lese-Challenge auf, in der Romane gelesen werden sollten, die den Tod personifizieren. Inspiriert durch meine Liebe für "Die Bücherdiebin" und Pratchetts Gevatter Tod, der auf der Scheibenwelt für Ordnung sorgt, erhoffte ich mir viele neue Leseperlen, die wir im Rahmen einer Challenge entdecken könnten. Tja, und nun ist die Zeit schon vorbei, und mit dem heutigen Stichtag muss ich sagen: Ich selbst habe meine eigene Challenge nicht zu Ende gebracht, da ich in den letzten Monaten immer andere Bücher vorzog. Was ich bisher gelesen habe:
Noch auf dem SuB liegen: "Jedermann" von Hugo von Hofmannsthal sowie "Der Zeitdieb" von Terry Pratchett. Irgendwann werde ich beide wohl auch noch von ihrem SuB-Dasein befreien, aber wann, kann ich jetzt noch nicht sagen.
Generell stieß diese Challenge zwar auf Resonanz wie "interessante Idee" oder "spannend", doch meine zwei weiteren Mitstreiterinnen warfen im Verlauf der Zeit das Handtuch. Dennoch danke ich Caro von Papierwelten und Punxie von Punxie's Blog für ihr Interesse und ihren Einstieg in die Challenge.
Nun, da niemand sein Soll erfüllt hat, wird also auch kein Gutschein verlost. So kann es gehen.
Ob das Thema zu morbide war? Nun, ich persönlich entdecke hinter der menschlichen Auseinandersetzung mit einem so unbeschreiblichen "Phänomen" wie dem Tod immer wieder hochphilosophische Ansätze und finde es enorm spannend, wie sich der Mensch den Tod erklärt. Nimmt die Personifikation des Todes ihm die Angst vor etwas so Endgültigem und Unerklärlichen? Das auf literarische Weise zu erkunden, wird mich wohl nie ganz loslassen. Aber künftig verfolge ich das ganz unstressig auf dem herkömmlichen Leseweg und hoffe, auf weitere Perlen zu stoßen wie eben besagte "Bücherdiebin" oder auch Saramagos "Zeit ohne Tod" (für diesen Tipp gilt mein Dank der Bücherphilosophin).




Was Werner Schmid in diesem Roman tut, sollte man tunlichst nicht nachahmen – er isst vom Eisenhut (Aconitum) und damit von einer Pflanze, die 2005 nicht umsonst zur Giftpflanze des Jahres gewählt wurde. Zwar hängt die genaue chemische Zusammensetzung der Aconitum-Arten auch stark von ihrem Standort ab, aber da würde ich lieber kein Risiko eingehen, denn Eisenhutextrakte können tödlich wirken. – Eigentlich kann auch Werner Schmid nicht so recht erklären, weshalb er sich überhaupt auf dieses Wagnis einlässt, doch er hört auf die eindringlichen Worte einer Murmeltierfrau. Moment mal, einer Murmeltierfrau? Ja, richtig gelesen. Sie ist es, die ihm in einem zähen, undurchdringlichen Nebel auf einem Alpengipfel erscheint und ihm erklärt, dass er der letzte der Zwölf Helmträger ist, denen allein es möglich sein wird, zu verhindern, dass das Böse über die Welt kommt. Alles klar soweit? Nein? Gut, denn auch für Werner Schmid ist es das so gar nicht, bis er schließlich seinen elf Mitstreitern gegenüber steht, die allesamt einen mittelalterlich anmaßenden Eisenhelm auf ihren Köpfen tragen und Gegenstände mit sich führen, mit denen sie gemeinsam eine atemberaubende, den Körper erbeben lassende Melodie erzeugen. Doch ein Ton fehlt, um die Melodie zu komplettieren und ausgerechnet Werner Schmid soll es sein, der den zwölften Ton finden muss. Von ihm soll also die Zukunft der Erde abhängen?
Claire hatte eine behütete Kindheit. Zwar hat ihr Vater sie und ihre Mutter sehr früh und ohne ein Wort verlassen, doch es mangelte ihr nie an etwas. Und selbst in der Wirtschaftskrise der 1920/30er Jahre gelingt es ihr, nach ihrem Highschool-Abschluss eine gut bezahlte und angesehen Anstellung in einem großen Verlagshaus zu ergattern. Doch bereits an ihrem ersten Arbeitstag ist es vorbei mit dem angenehmen Leben einer gut situierten Großstädterin – ihre Mutter stirbt unerwartet und wenn sie nicht bei ihrem aufdringlichen Onkel einziehen will, bleibt ihr nur die überstürzte Flucht aus der Stadt. Ein Glück gabelt sie gleich der smarte Cliff auf, denn eine junge Frau, mittellos und in Trauerkleidung, frisch von einer Beerdigung vor ihrem Onkel geflohen, das kann auch andere Begehrlichkeiten wecken... Unverhofft kommt sie mit Cliff in einem Wanderzirkus unter und fühlt sich schnell wie zu Hause. Sie entdeckt ihre ungeahnte Fähigkeit, mit Tieren auszukommen und wird schnell zum neuen Publikumsmagneten für die Menschen, die in so schlechten Zeiten Trost und Ablenkung im Zirkus suchen. Doch ihr Onkel lässt nichts unversucht und spürt sie sogar dort auf. Ihr bleibt abermals nur die Flucht – und jetzt steht sie wirklich vor
dem Nichts...
