Samstag, 31. März 2012

[Hat der Tod ein Herz] Challenge-Ende

Vor mittlerweile sechs Monaten (wohin ist eigentlich die Zeit verschwunden?!) rief ich zu einer Lese-Challenge auf, in der Romane gelesen werden sollten, die den Tod personifizieren. Inspiriert durch meine Liebe für "Die Bücherdiebin" und Pratchetts Gevatter Tod, der auf der Scheibenwelt für Ordnung sorgt, erhoffte ich mir viele neue Leseperlen, die wir im Rahmen einer Challenge entdecken könnten. Tja, und nun ist die Zeit schon vorbei, und mit dem heutigen Stichtag muss ich sagen: Ich selbst habe meine eigene Challenge nicht zu Ende gebracht, da ich in den letzten Monaten immer andere Bücher vorzog. Was ich bisher gelesen habe:


(Durch Klick auf die Bilder gelangt ihr zur jeweiligen Rezension.)

Noch auf dem SuB liegen: "Jedermann" von Hugo von Hofmannsthal sowie "Der Zeitdieb" von Terry Pratchett. Irgendwann werde ich beide wohl auch noch von ihrem SuB-Dasein befreien, aber wann, kann ich jetzt noch nicht sagen.

Generell stieß diese Challenge zwar auf Resonanz wie "interessante Idee" oder "spannend", doch meine zwei weiteren Mitstreiterinnen warfen im Verlauf der Zeit das Handtuch. Dennoch danke ich Caro von Papierwelten und Punxie von Punxie's Blog für ihr Interesse und ihren Einstieg in die Challenge.

Nun, da niemand sein Soll erfüllt hat, wird also auch kein Gutschein verlost. So kann es gehen.

Ob das Thema zu morbide war? Nun, ich persönlich entdecke hinter der menschlichen Auseinandersetzung mit einem so unbeschreiblichen "Phänomen" wie dem Tod immer wieder hochphilosophische Ansätze und finde es enorm spannend, wie sich der Mensch den Tod erklärt. Nimmt die Personifikation des Todes ihm die Angst vor etwas so Endgültigem und Unerklärlichen? Das auf literarische Weise zu erkunden, wird mich wohl nie ganz loslassen. Aber künftig verfolge ich das ganz unstressig auf dem herkömmlichen Leseweg und hoffe, auf weitere Perlen zu stoßen wie eben besagte "Bücherdiebin" oder auch Saramagos "Zeit ohne Tod" (für diesen Tipp gilt mein Dank der Bücherphilosophin).

Freitag, 30. März 2012

[Freitags-Füller] #37

Und schwupps, schon wieder ist eine Woche vergangen, das ist einfach zu verrückt. Und ich habe das Gefühl, egal mit wem man spricht, niemand kann so recht fassen, dass sich schon der dritte Monat des gefühlt noch so jungen Jahres seinem Ende nähert... Tja, so kann es gehen. Nun aber erst einmal zum Ausklang der Woche der Freitags-Füller. Die Vorgaben sind wie immer von der lieben Barbara und meine Antworten sind fett markiert.

1. Das Leben ist manchmal wie eine Achterbahn, aber die Täler gehören eben auch dazu. Umso mehr weiß man die Höhen zu schätzen.

2. Letzte Woche habe ich die erste Honigmelone genossen - das erste frische und exotische Obst im Jahr, das schmeckt für mich wie Frühling.

3. Meine Osterdeko glänzt dank der Fähigkeiten (und Großzügigkeit) einer lieben Freundin von uns so schön, denn sie hat uns in den letzten Jahren jedes Jahr ein neues selbst bemaltes Osterei geschenkt.


4. Wenn ich mir die angefangene Strickweste für meinen Lieblingsmenschen in meiner Strickkiste so ansehe, frage ich mich oft: wird es jemals fertig werden?

5. Ich könnte jetzt gerade stundenlang auf dem Sessel versinken und in meiner aktuellen Lektüre weiterschmökern.

6. Mein Lieblingsmensch, ob physisch oder gedanklich, ist immer an meiner Seite.

7. Was das Wochenende angeht, heute abend freue ich mich auf die letzte Tanzstunde vor der Osterpause der Tanzschule, morgen habe ich mal wieder Lernen-Lernen-Popernen geplant und Sonntag möchte ich so weit wie möglich mit der Lernerei sein, um noch etwas vom Tag zu haben!

Ihr wollt auch den Freitag füllen? Dann greift doch einfach bei der Barbara zu. Nun wünsche ich euch ein schönes Wochenende! Was steht denn bei euch so an?

Donnerstag, 29. März 2012

[52/11] Kunst?!

Ach je, eigentlich wollte ich mit meinem Beitrag diese Woche ja wieder pünktlich sein und mein Bild zum Thema "Kunst?!" schon gestern posten. Mein Motiv hatte ich mir schon am Wochenende ausgesucht, und gestern war ich sogar auf dem Weg dorthin, aber was hatte ich natürlich vergessen?* Genau, die Kamera... Nun gibt es mein Bild eben doch erst heute... Meine Gedanken zum Motiv? Nun, ich finde ja, dass Zigarettenautomaten die Gegend ganz schön verschandeln. Initiativen, sie irgendwie zu verschönern, bewerte ich daher ja durchaus als begrüßenswert. Was allerdings in unserem Stadtteil dabei herausgekommen ist, vermag mich so gar nicht zu überzeugen und hier sehe ich doch wahrlich das "?" im dieswöchigen Thema betont.


Für mich mal wieder ein Beweis dieses blöden Spruches, den mein Kunstlehrer in der Oberstufe uns um die Ohren zu hauen pflegte:
Kunst kommt von "können" und nicht von "wollen", sonst hieße es ja Wunst.
Hier gibt es die anderen Beiträge der Woche zu bestaunen.

* Ist das schon diese ominöse Schwangerschaftsdemenz? Heute im Laden, wo ich mein Hochzeitskleid zum Umnähen abgegeben habe, habe ich meine Telefonnummer nicht mehr auf die Reihe gekriegt und mindestens 4 Ziffern verdreht - die erreichen mich nie! Könnte natürlich auch aktuer Prüfungswahn sein, nachdem ich heute meine Zitter-Prüfung dieser Prüfungsphase hatte...

Sonntag, 25. März 2012

Eisenhut

So schnell kann es dann doch gehen, mit einer neuen Rezension... dieses Buch ließ mich seit gestern Abend nicht mehr los und ich musste einfach wissen, wie es ausgeht!

Was Werner Schmid in diesem Roman tut, sollte man tunlichst nicht nachahmen – er isst vom Eisenhut (Aconitum) und damit von einer Pflanze, die 2005 nicht umsonst zur Giftpflanze des Jahres gewählt wurde. Zwar hängt die genaue chemische Zusammensetzung der Aconitum-Arten auch stark von ihrem Standort ab, aber da würde ich lieber kein Risiko eingehen, denn Eisenhutextrakte können tödlich wirken. – Eigentlich kann auch Werner Schmid nicht so recht erklären, weshalb er sich überhaupt auf dieses Wagnis einlässt, doch er hört auf die eindringlichen Worte einer Murmeltierfrau. Moment mal, einer Murmeltierfrau? Ja, richtig gelesen. Sie ist es, die ihm in einem zähen, undurchdringlichen Nebel auf einem Alpengipfel erscheint und ihm erklärt, dass er der letzte der Zwölf Helmträger ist, denen allein es möglich sein wird, zu verhindern, dass das Böse über die Welt kommt. Alles klar soweit? Nein? Gut, denn auch für Werner Schmid ist es das so gar nicht, bis er schließlich seinen elf Mitstreitern gegenüber steht, die allesamt einen mittelalterlich anmaßenden Eisenhelm auf ihren Köpfen tragen und Gegenstände mit sich führen, mit denen sie gemeinsam eine atemberaubende, den Körper erbeben lassende Melodie erzeugen. Doch ein Ton fehlt, um die Melodie zu komplettieren und ausgerechnet Werner Schmid soll es sein, der den zwölften Ton finden muss. Von ihm soll also die Zukunft der Erde abhängen?

Eisenhut wird in der traditionellen chinesischen Medizin in geringen Dosen eingesetzt bei Erkältung und Fieber, bei Gefühlen der Beklemmung bis hin zur Todesangst. Und so sehr der toxische Eisenhut in seinem Aussehen auch an die eisernen Helme der Helmträger erinnert, so soll der Eisenhut Werner Schmid wohl auf die vor ihm stehende Aufgabe vorbereiten, denn als er vom Murter Sattel hinab ins Tal zurückkehrt, ist nichts mehr so, wie er es kannte – er wird verfolgt, und schlimmer noch: Seine Familie ist verschwunden und er kann nur erahnen, welches Leid ihr widerfahren ist. So beginnt für Werner Schmid eine Hetzjagd, ein Katz-und-Maus-Spiel quer durch die Schweiz, quer durch Raum und, für ihn bald nicht mehr so überraschend wie man erwarten dürfte, Zeit.

Tom Zai hat sich für seinen Roman eine ganze Dekade Zeit genommen, um ihn zu vollenden. Eine erstaunlich lange Zeit, und auch gleich wieder nicht, wenn man sich all die mehr oder weniger versteckten Symbole in seiner Geschichte betrachtet und durchdenkt. Denn warum ist es ausgerechnet eine Murmeltierfrau, die ihm seine Aufgabe überbringt? In der keltischen Mythologie steht das Murmeltier für Familien- und Gemeinschaftssinn, für die Fähigkeit Krisen zu überstehen, vor allem aber begreift das Murmeltier die Macht der Zyklen. Mehr will ich nicht verraten, doch diese Weisheit der Murmeltierfrau ist es, die die Welt in aller Regelmäßigkeit davor bewahren soll, dem Bösen anheimzufallen. Leider ist sie dabei auf die Mitarbeit der Helmträger angewiesen und Werner Schmid droht, sich und seine Aufgabe in dem sich immer stärker ausweitenden Chaos auf der Welt zu verlieren und ob des Verlusts seiner Familie zu erstarren. Doch nur mit dem symbolträchtigen Zwölften Helmträger kann es gelingen, das Böse zu bezwingen, das sich in seiner Janusköpfigkeit und mit doppelten Phallussymbolen an mehr und mehr Stellen der Welt in den Vordergrund drängt und den Leser mit grausamen Szenen konfrontiert. Diese lesen sich nicht leicht beschwingt dahin, sondern lassen die Augen verschließen, den Roman für einige Zeit beiseite legen und erst einmal tief Luft holen, bis man doch wieder wissen möchte, was es nun mit Werner Schmids Suche auf sich hat.

Bis zuletzt war mir nicht klar, ob es sich bei diesem Roman um die Schilderung eines absolut verrückten Traumes handelt, oder nicht. Erst auf der letzten Seite wird klar, was Werner Schmid eigentlich finden musste, und auch dass er seinen Namen nicht umsonst trägt. Dieses Buch hat Tom Zai mit so vielen Details gespickt, dass es eine große Freude ist, sie alle zu entdecken und miteinander zu verknüpfen. Ob mir schon alle Verbindungen aufgefallen sind? Nun, ich glaube nicht. Viel mehr gibt mir dieser Roman auch nach dem Zuschlagen des Buchdeckels noch eine Menge an Gedanken mit auf den Weg. Die Anpreisung als „Roadmovie in Buchform“ möchte ich ergänzen um eine phantasievolle Reise zum eigenen Selbst – schließlich auch das Ziel shamanischer Tradition. Und obgleich Werner Schmid mir an mancher Stelle im Roman so abgrundtief unsympathisch wurde, weil er sich plötzlich mit anderen Frauen einließ, statt weiter fieberhaft nach seiner Familie zu suchen, so ließ mich doch nie die Spannung los, ihn auf seiner Suche zu begleiten und die Handlung zu durchdringen.

Fazit: 5 Sterne! 

Tom Zai: Eisenhut. ISBN: 978-3-906014-04-3

Nachtrag: Wer sich tiefer greifend mit dem Autoren und seinen eigenen Gedanken zu "Eisenhut" beschäftigen möchte, dem sei ein Besuch auf seiner Homepage wärmstens empfohlen. Dort gibt es unter anderem auch eine Auflistung derjenigen Werke, die in gewisser Weise auch eine Rolle in seinem Roman spielen. Einige davon habe ich sogar erkannt, aber längst nicht alle, das schreit ja geradezu nach einem Re-Read...

Freitag, 23. März 2012

[Freitags-Füller] #36

Wenigstens auf den Freitags-Füller ist hier noch Verlass, nachdem mich das Prüfungs-Monster übermannt hat und ich meine Zeit mit Lernen verbringe... Wer mal in mein Lesetagebuch geblickt hat wird feststellen, dass ich in diesem Monat bisher noch nicht einmal EIN Buch zu Ende gelesen habe. Schlimm, schlimm, schlimm... Aber bald wird das wieder besser und dann gibt's hier auch endlich mal wieder Ontopic-Beiträge und darauf freue ich mich schon, denn es haben mich zwei sehr spannende neue Bücher erreicht. Aber dazu mehr, wenn das Prüfungsmonster bezwungen ist. Nun also der liebgewonnene Freitags-Füller. Die Vorgaben sind wie immer von der lieben Barbara und meine Antworten sind fett markiert.

1. Mein Bauch beherbergt ein lebendiges Wesen, das ist für mich immer noch ein unvorstellbares Wunder!

2. Ich will heute unbedingt noch meine Mama anrufen. Schließlich muss ich ihr erzählen, dass unser guter Freund endlich einen Job gefunden hat, das wird sie auch sehr freuen.

3. Willkommen Frühling! Es ist so schön, dass du endlich wieder da bist, ich hatte dich schon sehr vermisst. Deine Anwesenheit wirkt so beschwingend auf alle Leute und ich finde es so schön, endlich nicht mehr sieben Kleidungsschichten übereinander tragen zu müssen und in aller Seelenruhe auf dem Radl durch die Gegend fahren zu können, ohne durch Schneematsch zu schlingern und mir die Finger abzufrieren...

4. Die Balkonbegrünung braucht noch ein wenig Zeit und Geduld, aber die ersten Sämlinge sprießen schon.

5. Da ist ein Berg Geschirr in der Küche. Ich wüsste zu gern, wer den da immer wieder neu aufrichtet, wo wir doch ständig abspülen...

6. Manche Dinge will ich gar nicht wissen.

7. Was das Wochenende angeht, heute abend freue ich mich auf den frühen Feierabend des Lieblingsmenschen und gemeinsames Kochen und Tanzen, morgen habe ich Lernen-Lernen-Popernen geplant und Sonntag möchte ich den Tag genießen und ebenfalls mit dem Lernen voran kommen!

Ihr wollt auch den Freitag füllen? Dann greift doch einfach bei der Barbara zu. Nun wünsche ich euch ein schönes Wochenende! Was steht denn bei euch so an?

[52/12] Einfarbig

Huch, diese Woche bin ich etwas spät dran mit meinem Beitrag für das Projekt52. Diese Woche habe ich mich für das Thema "Einfarbig" entschieden, auch wenn meine Umsetzung wohl auch sehr gut zum Thema "Erwachen" passen würde. Ich finde es nämlich immer wieder faszinierend zu beobachten, wie sich aus kleinen Samen innerhalb kürzester Zeit kleine Pflänzchen entwickeln, die zunächst alle einfarbig grün aufblitzen, bis sie schließlich ihre Farbenpracht entfalten.


Hach, ich freue mich schon so sehr auf schöne sonnige Stunden auf dem Balkon inmitten meiner Pflanzen, die im Laufe des Sommers immer mehr Farbklekse versprechen (v.a. Kräuter, Tomaten und für die Farbklekse natürlich Blumen in den Balkonkästen)...

Und hier könnt ihr euch die anderen Beiträge der Woche ansehen.

Freitag, 16. März 2012

[Freitags-Füller] #35

Auch wenn ich mich wiederhole, aber wie kann denn bitte schon wieder eine Woche vergangen sein? Tja, aber das ist wohl so und so ist es schon wieder Zeit, den Freitag zu füllen... Die Vorgaben sind wie immer von der lieben Barbara und meine Antworten sind fett markiert.

1. Der blaue Himmel macht gute Laune, alles riecht schon nach Frühling und ich freue mich, wenn auch bald die Bäume wieder grün sind! (Passend zum blauen Himmel habe ich übrigens folgenden Ohrwurm: Klick hier - ab 3:13.)

2. Es wäre gar nicht so schlecht, man könnte zu manchen Dingen einfach mal sagen: Ach, mir doch egal.

3. Meine Haare sind schon wieder ganz schön lang geworden, aber gerade weiß ich noch nicht recht, ob ich sie nachschneiden lassen soll.

4. Manche Dinge in der letzten Zeit fand ich einfach unglaublich.

5. Schön, dass es nun endlich wärmer wird und der Frühling kommt!

6. Morgen möchte ich die Kräuter auf den Balkon stellen, oder soll ich das verschieben?

7. Was das Wochenende angeht, heute abend freue ich mich auf eine weitere Tanzstunde, morgen habe ich Garteln geplant und Sonntag möchte ich den Tag genießen - das gilt für das ganze Wochenende und ich hoffe, das klappt trotz Lernerei!

Ihr wollt auch den Freitag füllen? Dann greift doch einfach bei der Barbara zu. Nun wünsche ich euch ein schönes Wochenende! Was steht denn bei euch so an?

Donnerstag, 15. März 2012

[Offtopic] Wenn der Hosenbund zwickt und zwackt...

Gestern habe ich mich über das Klingeln des Postboten besonders gefreut, denn ich hatte mir etwas bestellt, wovon ich euch heute berichten will. Schon die Verpackung, die mir der Briefträger überreichte, hat mich gleich verzaubert - ist das nicht ein süßer Umschlag? Der wird sogleich in Ehren aufbewahrt und zu gegebener Zeit für eine besondere Sendung wieder verwendet! Gut, aber um den Umschlag geht es ja eigentlich gar nicht, viel wichtig ist das, was drin war.

So erstaunlich das für manche Mutter mit Blick auf ihre Erfahrungen sein mag: Mein Babybauch wächst schon seit Mitte des dritten Schwangerschaftsmonats. Jetzt, kurz vor Abschluss des dritten Monats zwickt und zwackt es vor allem beim Sitzen schon ganz schön am Hosenbund. Und da fand ich in einer Zeitschrift bei meiner Frauenärztin DEN Tipp schlechthin: Ein "Mamabelt", das es mir ermöglicht, weiterhin meine Hosen zu tragen und trotzdem mehr Platz zu haben. Eigentlich ist die Idee ganz simpel: Ein breites Gummiband mit einem Knopf und drei Knopföffnungen. Das Ganze sieht dann so aus:


Aktuell habe ich das Gummiband doppelt gelegt, wenn der Bauch noch größer wird, kann ich das "Mamabelt" noch erweitern. Und damit nicht so auffällt, dass die Hose ja doch nicht richtig zu ist, gibt es gleich noch was obendrauf: Das "Bauchband". Ich habe mich für die Ausführung "Elegant" in dunkelblau entschieden, weil das hoffentlich zu möglichst allen Klamotten passt (und schwarz war mir einfach ZU dunkel).


Ich find's super praktisch. Das Tuch lässt sich in allen möglichen Varianten tragen, die beim Bauchbandwebshop vorgestellt werden. Ich bevorzuge ja die Variante, es unter dem Shirt zu tragen, das gleicht dann hoffentlich auch mein einziges Manko aus: Wie man sieht, legt sich das Tuch am oberen Ende leider sehr leicht in Falten, und das lässt sich unter dem Shirt besser kaschieren. Aber wahrscheinlich habe ich auch noch nicht den ganz idealen Sitz heraus gefunden. Jedenfalls besticht das Tuch durch seine sehr gute Verarbeitung (alle Nähte sind top und ohne Ziehfäden, den ersten Waschgang hat es auch sehr gut überstanden), und der Bestellvorgang verlief reibungslos. Innerhalb von zwei Tagen hielt ich meine Bestellung schon in den Händen. Allen werdenden Mamis, die nicht gleich auf Umstandsmode umsteigen wollen, kann ich diesen Shop echt nur empfehlen - und die Versandkostenpauschale von gerade einmal 1,95 € finde ich unschlagbar.

Und es gibt noch ganz viele weitere Varianten: Tücher mit Aufdrucken von kleinen Händchen und Füßchen, verschiedenen anderen Motiven oder auch mit Texten wie "Mein Bauch ist kein Streichelzoo" - vielleicht bestelle ich mir das irgendwann noch dazu und trage es dann über dem Shirt, denn ganz ehrlich: Das ist MEIN Bauch, und außer Mama und Papa haben andere ihre Finger davon zu lassen. Mich nervt es ehrlich gesagt, wenn alle ständig meinen Bauch anfassen wollen, würde man doch sonst auch nicht machen!

Mittwoch, 14. März 2012

[Am Rande] Es wird Frühling...

Ich bewundere es ja, wenn Blogger ihrem Gewand immer treu bleiben. Mir geht es leider so, dass ich mir mein Layout mit der Zeit übersehe und mich vor allem die Farben nerven. Und so musste ich mal wieder auf den Wiedererkennungswert pfeifen und mir ein neues Gewand aussuchen. Passend zum Frühling suchte ich helle, fröhliche Farben - und, lacht ruhig, in letzter Zeit habe ich einen ziemlichen Hang zu Farben wie Rosa und allgemein zu Pastelltönen... Überhaupt fühle ich mich gerade wesentlich mädchenhafter und habe plötzlich sogar Lust, Röcke und Kleider zu tragen (wer mich kennt, wird staunen). Muss wohl an der Schwangerschaft liegen... Jedenfalls müsst ihr jetzt wohl oder übel mit meinem Blog in Rosa leben. Ich hoffe, das ist auch ok.

[52/10] Erwachen


Nein, ich erwache nicht erst um 10 Uhr morgens (unser Wecker geht schon vier Stunden eher), aber beim Thema "Erwachen" musste ich nach einigem Überlegen schließlich an unseren Kuckuck denken, der fleißig alle halbe Stunde aus seinem Häuschen schaut und ruft (und mich in der momentanen Lernphase wohl auslacht, weil ich so langsam voran komme...).

Sehr hier, was die anderen Projekt-Teilnehmer in dieser Woche präsentieren.

Montag, 12. März 2012

[Statistik] Amüsante Suchanfragen #6

Es wird mal wieder Zeit für einen Blick in die Statistik - wobei mich da weniger die Zahlen interessieren, als viel mehr die Suchanfragen, die Leser hierher gebracht haben, ihr kennt das ja schon...
leben herausforderung mut zur veränderung coelho
Dann ist das der absolut richtige Autor und besser als jeder Pseudo-Ratgeber. Kostprobe gefällig? Ich empfehle ja vor allem seine Triologie "Und am siebten Tag...".
gelesen
Und was erhoffte sich der Sucher bei dieser Eingabe in die Suchmaschine?
mein schreibtisch, an dem ich gelesen und lernen
Aha?! Nun ja. Ich lerne derzeit ja tatsächlich an meinem Schreibtisch, sollte es noch mehr tun, aber zum Lesen verkrümele ich mich dann doch lieber an einen gemütlicheren Ort...
leseabstinenz harry potter
Ich bin ja auch kein Fan von Hypes, aber in diesem Falle muss ich ganz ehrlich sagen: Da entgeht dir aber was! Das ist wirklich eine Geschichte für Groß und Klein.
legitur.blogspot.com
Es freut mich, dass die Adresse schon direkt eingegeben wird. Aber weshalb dann den Umweg über die Suchmaschine?
arrogantes arschloch
Tja, das kann hier nur zu "Meine Schwester ist eine Mönchsrobbe" führen. Mich würde ja aber schon interessieren, was der- oder diejenige tatsächlich zu finden hoffte...;-)
"es wurde mir gelesen "
Ich hoffe, es ist "VORgelesen" gemeint und das wäre in der Tat eine sehr tolle Sache! Ich begrüße jegliche Vorlese-Initiative und werde unserem Nachwuchs auch ganz viele Bücher vorlesen, ich stöbere derzeit schon in unseren alten Schätzen...

Habt ihr schöne Vorlese-Empfehlungen? Dann immer her damit!

Freitag, 9. März 2012

[Freitags-Füller] #34

Du meine Nase, schon wieder eine Woche vorbei und es gilt, den Freitag zu füllen... Die Vorgaben sind wie immer von der lieben Barbara und meine Antworten sind fett markiert.

1. Heute werde ich auch jeden Fall noch einige Dinge von der To Do-Liste abhaken, v.a. einkaufen, Nudelsalat machen, in die Vorlesungsunterlagen schauen und das Programm für unseren Traugottesdienst aktualisieren.

2. Wenn die immer akuter werdende Prüfungszeit erst einmal überstanden ist, dann möchte ich mich um nichts anderes mehr kümmern als Polterabend, Hochzeit und schwanger sein. Und nach der Hochzeit wird die Wohnung umgeräumt - ich freu' mich schon drauf!

3. Als ich gehört habe, dass dem "quakenden Froschlurch" bei der CeBit eine Torte ins Gesicht geklatscht wurde, musste ich gleich an eine ganz bestimmte Person denken...;-)

4. Angesichts der nahenden Prüfungen tröste ich mich immer mit: Du hast es bald geschafft - ganz bald.

5. Was macht eigentlich Muse? Angeblich gibt's in diesem Jahr noch ein neues Album, das wäre grandios!

6. Isch 'abe gar keine Eierkocher. Bei uns geht das ganz altmodisch mit einem Topf heißem Wasser...

7. Was das Wochenende angeht, heute abend freue ich mich auf Trauungsvorbereitungen (unser Standesbeamter will noch ein "Buch" von uns), morgen habe ich einen IKEA-Besuch geplant und Sonntag möchte ich werden wir unseren Tanzkurs abschließen (um im Anschluss gleich mit dem nächsten weiterzumachen, denn nach dem Tanzkurs ist schließlich vor dem Tanzkurs, oder so...)!

Ihr wollt auch den Freitag füllen? Dann greift doch einfach bei der Barbara zu. Nun wünsche ich euch ein schönes Wochenende! Was steht denn bei euch so an?

Mittwoch, 7. März 2012

[52/13] Sammlung

(Bei diesem Bild macht Klick groß.)

Ein neuer Monat (oha, schon?!) und damit neue Themen für das Projekt52. Und da sprang mich sofort das Thema "Sammlung" an, denn eine ganz besondere Sammlung bewahre ich in einer großen Kiste im Keller auf - meine Schlumpf-Sammlung! Und so gab mir das Projekt den Anstoß, die kleinen blauen Wesen mal wieder aus der Dunkelheit hervor zu holen und ihnen etwas Aufmerksamkeit zu widmen. Und da sind tatsächlich all die wichtigen Figuren der beliebten Serie der 1980/90er dabei...


Schlaubi, Muffi, Fauli, Hefti, Papa-Schlumpf, Clumsy, Baby, ...


Torti, Toulousi, Hefti (nicht mehr in der Detailaufnahme aber auf dem großen Übersichtsbild oben: Beauty, leider mit abgebrochenem Spielgel, Jokey, Schlumpfine, Harmony, Kamini, Federchen), ...


und natürlich der stets auf die Schlümpfe lauernde Zauberer Gargamel mit seiner gefräßigen Katze Azrael.


In späteren Episoden kamen dann ja noch viele Figuren dazu: Opa Schlumpf, Oma Schlumpf, Farmi, Tarzan Schlumpf, Gammeli, Forschi, Sasette, Naturi, Schlaffi und ihr Freund Welpi.


Und auch Gargamel bekam noch einen Gesellen: Den frechen Rotznase.


Sehr stolz war ich übrigens auf Gargamels Arbeitsstätte...


Woran ich hingegen schon gar nicht mehr gedacht hatte:


Ich hatte sogar eine Einrichtung für Schlumpfines Hütte!


So viel mädchenhaftes... ei, ei, ei. Und überhaupt:


Seht euch nur diese Parade von Schlumpfinen an!

Ich könnte euch ja noch so viel mehr zeigen: Aufzieh-Schlumpf, so viele Sportler, Schnecken-Wagen, ...


Aber jetzt höre ich lieber auf den guten Schlumpf und beschränke mich auf nur mehr ein weiteres Bild, nämlich eines, das einen süßen Ausblick auf die nächsten Monate bei uns liefert (obgleich wir natürlich keine blaue Haut haben, aber ihr wisst schon, was ich meine...):


Und hier könnt ihr einen Blick auf all die anderen Beiträge der Woche werfen.

Montag, 5. März 2012

[Hmmm, lecker] Wirsing-Quiche

Heute mal etwas ganz Neues auf meinem Blog - ein Rezeptvorschlag. Und zwar für die vor kurzem angekündigte Quiche, denn die war wirklich "hmmm, lecker" und vielleicht hat ja jemand Lust, die einmal nachzukochen. Das Schöne dran: Ihr könnt das Rezept natürlich nach Belieben wandeln, einen anderen Belag wählen, etc. Auch ich habe mich grob an einem Grundrezept orientiert, aber seht selbst, was dabei heraus kam:


Zutaten (für eine Springform mit 26 cm Durchmesser):

Teig:
  • 300 g Vollkornmehl
  • 1/2 Pk. Backpulver
  • 1 TL Salz
  • 150 g Quark
  • 100 ml Sonnenblumenöl
  • 6 EL Milch
Belag:
  • 300 g Wirsing
  • 1 Zwiebel
  • 2 Knoblauchzehen
  • 1 Scheibe geräucherten Bauchspeck
  • 5 EL Olivenöl
  • Salz, Pfeffer, Ingwer, Curry, scharfer Paprika
  • 150 ml Schmand
  • 3 Eier
  • 200 g geriebener Hartkäse
Zwiebel, Knoblauch und Speck (jeweils klein gewürfelt) in Olivenöl glasig dünsten. Wirsing (in schmale Streifen geschnitten; weiße Mittelrippe heraus schneiden) und 5 EL Wasser zugeben, 10 Minuten dünsten, kräftig würzen. Erkalten lassen.

Backofen auf 180°C vorheizen, Springform fetten und bemehlen.

Mehl mit Backpulver und Salz vermischen.
Quark mit Öl verrühen, Milch zugeben und Hälfte des Mehls unterrühren. Anschließend Rest des Mehls unterkneten bis ein glatter Teig entsteht. Teig in Springform drücken, rundherum 3-4 cm hohen Rand ziehen.

Wirsing mit Schmand und verquirlten Eiern mischen, ggf. nachwürzen. Masse auf dem Teig verteilen. Abschließend mit geriebenem Käse bestreuen.

Im vorgeheizten Ofen auf mittlerer Schiene 30-40 min goldgelb backen. Vor dem Anschneiden 10 min ruhen lassen.

Und dann: Guten Appetit!

Bei uns hat übrigens ein Viertel der Quiche locker zwei Personen satt gemacht. Das ist also auch gern mal was für größeren Besuch.

Samstag, 3. März 2012

Mein Bruder, der Bär

Claire hatte eine behütete Kindheit. Zwar hat ihr Vater sie und ihre Mutter sehr früh und ohne ein Wort verlassen, doch es mangelte ihr nie an etwas. Und selbst in der Wirtschaftskrise der 1920/30er Jahre gelingt es ihr, nach ihrem Highschool-Abschluss eine gut bezahlte und angesehen Anstellung in einem großen Verlagshaus zu ergattern. Doch bereits an ihrem ersten Arbeitstag ist es vorbei mit dem angenehmen Leben einer gut situierten Großstädterin – ihre Mutter stirbt unerwartet und wenn sie nicht bei ihrem aufdringlichen Onkel einziehen will, bleibt ihr nur die überstürzte Flucht aus der Stadt. Ein Glück gabelt sie gleich der smarte Cliff auf, denn eine junge Frau, mittellos und in Trauerkleidung, frisch von einer Beerdigung vor ihrem Onkel geflohen, das kann auch andere Begehrlichkeiten wecken... Unverhofft kommt sie mit Cliff in einem Wanderzirkus unter und fühlt sich schnell wie zu Hause. Sie entdeckt ihre ungeahnte Fähigkeit, mit Tieren auszukommen und wird schnell zum neuen Publikumsmagneten für die Menschen, die in so schlechten Zeiten Trost und Ablenkung im Zirkus suchen. Doch ihr Onkel lässt nichts unversucht und spürt sie sogar dort auf. Ihr bleibt abermals nur die Flucht – und jetzt steht sie wirklich vor dem Nichts...

Der Verlag empfiehlt dieses Buch Lesern im Alter von 12-15 und ich denke, für diese Zielgruppe handelt es sich hier um einen wirklich spannenden Abenteuerroman, der den Leser auf eine Reise quer durch die USA mitnimmt. So viele ausweglose Situationen sich Claire auch stellen muss, sie erweisen sich letztendlich als nur scheinbare Sackgassen und sie findet in letzter Sekunde Rettung. Was mich persönlich stört ist jedoch die Tatsache, dass sie ihre Rettung eigentlich immer in der Gestalt eines beschützenden, starken Mannes findet. Freilich ist es mit der Emanzipation in den frühen 1930ern noch nicht so weit gediehen, wie heute, doch Claire hatte in ihrer Mutter doch eigentlich ein unabhängiges, weibliches Vorbild. Gut, wenigstens hat sie diese Erfahrung dazu animiert, sich nicht kampflos in ein unglückliches Schicksal bei ihrem Onkel zu ergeben.

Auf den letzten paar Seiten wird mehr und mehr deutlich, dass jedes Detail der Geschichte eine wichtige Bedeutung für ihr Ende hat. Mehr, als dass Claire zu ihren Wurzeln findet, will ich aber nicht verraten. Dabei spielt natürlich auch ihr Bruder, der Bär eine große Rolle, obgleich sie nicht so groß ist, wie es Titel und Klappentext darstellen. Ein etwas treffenderer Titel wäre wohl einer, der Claires Weg beschreibt, das tut der jetzige Titel zwar auch, aber sehr versteckt...

Fazit: 3 Sterne!

Christopher Ross: Mein Bruder, der Bär. ISBN: 978-3-8000-5664-4

Freitag, 2. März 2012

[Freitags-Füller] #33

Na ja, zumindest führt eine Woche Krankschreibung dazu, dass ich ohne 14tägige Pause den Freitag fülle... Die Gesundheit ist mittlerweile auch wieder soweit hergestellt und ich werkele in der Wohnung rum. Ab nächster Woche steht dann mal wieder Prüfungszeit ins Haus und es wird wieder fleißig gelernt... Aber zuvor mal lieber noch ein schönes Wochenende, eingeläutet durch die Vorgaben von der lieben Barbara - meine Antworten sind fett markiert.

1. Ab und zu muss man mal aus dem Alltag ausbrechen.

2. Heute mache ich meine erste selbstgemachte Quiche, und ich hoffe das wird: hmmmm, lecker!

3. Meine Frühlingsdeko wird aus Sämlingen auf der Fensterbank bestehen.

4. Ganz ehrlich: Studieren, mir reicht's.

5. Vorhin dachte ich dass es schön wird, wenn die Bäume vor dem Küchenfenster endlich wieder belaubt sind, wenn die Luft draußen so warm ist, dass man nicht so viele Zwiebel-Kleidungs-Schichten braucht, wenn der Balkon wieder eine grüne Oase ist, wenn man mit dem Fahrrad seine Erledigungen in der Stadt machen kann, ohne sich die Gliedmaßen abzufrieren oder einen Regenschutz zu brauchen, ...

6. Bei uns sieht's nicht aus wie bei Hempels unter dem Sofa.

7. Was das Wochenende angeht, heute abend freue ich mich auf Polterabend-Planungen, morgen habe ich noch nichts geplant und Sonntag möchte ich doch hoffen, dass der Wetterbericht irrt und es nicht noch einmal zu schneien beginnt!

Ihr wollt auch den Freitag füllen? Dann greift doch einfach bei der Barbara zu. Nun wünsche ich euch ein schönes Wochenende! Was steht denn bei euch so an?

Donnerstag, 1. März 2012

Der kleine Rest des Todes

Und eine weitere Neuerscheinung der FVA erweist sich als Lese-Perle. Hier ist es aber, das muss ich ganz offen sagen, nicht die Hauptprotagonistin Ariane, mit der man so sehr mitfühlt, viel mehr ist es diese offene, zugleich fragile Sprache, mit der Lenze Arianes Leiden nach dem plötzlichen Unfalltod ihres Vaters beschreibt.

Seit Arianes Vater bei einem Flugzeugabsturz ums Leben kam, fehlt ihr nicht nur ihr Vater - ihr fehlt auch der Bezug zu sich selbst. Zugegeben, so recht hatte sie diesen vorher auch nicht, stolperte mehr durch ihr Leben, ihre Uni-Laufbahn, ihre Promotion, ihre verkorksten Beziehungen, doch nun, ohne ihren Vater, ist es, als wäre ihr Anker verschwunden und sie treibt planlos auf der stürmischen See ihres Lebens. Die Wohnung aufräumen? Fehlanzeige. Duschen? Auch. Fast wirkt sie wie ein Messie, doch wörtlich würde das niemals ausgesprochen, denn wir erleben diese Geschichte aus Arianes Augen, erhalten nur Andeutungen, wenn sie die Reaktionen ihrer Schwester, oder ihres Liebhabers schildert.

Ariane bekommt ihr Leben nicht auf die Reihe, da half ihr auch der sechsmonatige Aufenthalt in einem buddhistischen Kloster nicht weiter. Sie kann sich nicht von ihrer Erinnerung an ihren Vater lösen, auch nicht von der an ihren Ex-Freund, der mittlerweile in einer neuen Beziehung lebt. Mit ihrer Mutter und Schwester kommt sie auch nicht klar, die beiden "regeln" einfach nur alles, was nach einem Todesfall in der Familie eben so zu regeln ist. Ariane kann das nicht. Woher denn auch? Das konnte sie ja auch schon vorher nicht. Zumindest nicht wirklich. Aber jetzt muss sie sich ihren Ängsten stellen...

Auf 156 Seiten kann der Leser Arianes Leidensweg erleben und nachvollziehen. Lenzes Sprache trifft dabei so leichte und zugleich schwere Töne, dass der Schmerz fast greifbar im Raum steht. Man wünscht Ariane, dass sie aufwacht, dass sie ihr Leben in die Hand nimmt, dass von irgendwo her eine Rettung naht, die ihr Leben wieder (oder endlich überhaupt einmal) in geordnete Bahnen rückt. Doch das wäre der falsche Weg: Zwar bedarf Ariane einer stützenden Begleitung, aber sie muss ihren Weg selbst gehen. Wer sie letztendlich auf ihrem schmerzhaften Weg der Konfrontation begleitet, ist die große, ungeahnte Überraschung dieses Romans, doch mehr will ich nicht verraten.

Ein Buch, das aufwühlt. Ein Buch, dass den Schmerz über den Verlust eines Angehörigen mit so poetischer, weil treffender Sprache beschreibt, dass Ariane in ihrem selbstgerechten Schmerz greifbar vor einem steht. Der Anreiz, wie ein Schmetterling aus dem Kokon zu schlüpfen, ist manchmal ein schmerzvoller. Ob er wirkt? Das zu beurteilen, bleibt dem Leser überlassen.

Fazit: 4 Sterne!

Ulla Lenze: Der kleine Rest des Todes. ISBN: 978-3-627-00179-7

Meine Schwester ist eine Mönchsrobbe

Heute erscheint bei der FVA ein neuer Roman, den ich euch wärmstens empfehlen möchte. - Sieht nicht gerade vertrauenerweckend aus, dieser Kerl, oder? Wirklich sympathisch ist dieser junge Mann auch tatsächlich nicht, doch wer will ihm seinen Weltschmerz schon verübeln? Seine Mutter hat die Familie verlassen, um mit einem dreizehn Jahre jüngeren Tankwart durchzubrennen, sein Vater (von ihm nur Chef genannt) flüchtet sich in den Alkohol, seine Schwester (die Mönchsrobbe) in ihren katholischen Glauben. Und so wird der namenlose Ich-Erzähler zum Einzelkämpfer par exellence - Freunde? Fehlanzeige. Freizeit? Auch Fehlanzeige. Schulische Erfolge? Sprechen wir lieber nicht drüber.

Unser Ich-Erzähler fällt eigentlich nur durch eines auf: Ein arrogantes Auftreten - und er ist immer auf der Suche nach Ärger. Gut, nicht wirklich, aber er gerät immer wieder mitten hinein, weil er einfach nicht seine Klappe halten kann. So wenig selbstreflektiert er dabei selbst ist, so schnell durchschaut ihn der Leser: Natürlich ist sein barsches Auftreten seine Art, mit dem Schmerz über seine zerrissene Familie, dem Verlust seiner Mutter wenigstens halbwegs fertig zu werden. Und so überrascht es nicht, dass es ihm binnen weniger Minuten gelingt, sich seine Welt so umzudenken, dass er der tolle Hecht ist. Dabei übersieht er natürlich großzügig, was sein Umfeld tatsächlich von ihm hält.

Niemand an der Schule hält ihn ernsthaft für den starken Schlägertypen, der seinem Klassenkameraden den Schädel eingeschlagen hat. Niemand in seiner Familie hält ihn ernsthaft für den reifen, erwachsenen Ton-Angeber, der in der Familie das Sagen erlangt. Niemand in der kleinen Stadt hält ihn ernsthaft für den Frauenhelden, als der er sich stilisiert - und das gilt dummerweise auch für die hübsche Chiara, in die er sich auf den ersten Blick verliebt hat. Die er natürlich nicht liebt. Die er über alles liebt. Die er nicht ausstehen kann. Die ihm einfach nicht aus dem Kopf geht. An die er natürlich niemals einen Gedanken verschwenden würde. Dieses Spiel kann unser Ich-Erzähler wirklich lange spielen.

Der Leser begleitet diesen unsympathischen, aufmüpfigen jungen Kerl durch allerhand Schlägereien, Streitereien, peinliche Situationen (natürlich manövriert er sich jedes Mal elegant selbst in seinen Schlamassel) und darf im Anschluss staunen, mit wie viel Überzeugungskraft er sich die Situation im Nachhinein wieder schön redet. Doch mit der Zeit - immerhin umfasst dieser Roman eine Zeit von mehreren Monaten, obgleich wir doch nur einzelne Tage schlaglichtartig miterleben - verändern sich die Nuancen, der namenlose Held wird zum tragischen Helden, der auf einen Schlag erwachsen werden und sich seinen Ängsten stellen muss. Ein ungeahnter Schicksalsschlag beweist ihm, dass er längst nicht so über den Dingen steht, wie er das gern hätte...

Warum soll man nun ein Buch lesen, dessen Ich-Erzähler sich wie ein - Verzeihung, aber so drastisch muss es sein - Arschloch verhält? Ganz einfach: Weil er immer häufiger durchblicken lässt, dass er eben doch keines ist. Er ist ein verlassenes Kind, das mir nichts dir nichts erwachsen werden sollte, ohne dass ihm jemand gezeigt hätte, wie das geht. Und auch mit dem Verlust umzugehen, wurde in dieser Familie niemals offen thematisiert. Und so rebelliert er gegen seinen Vater, gegen die Gesellschaft mit ihren Normen, gegen die Jugend mit ihren Cliquen. Trotz seiner Unausstehlichkeit wächst er dem Leser ans Herz, weil seine Fassade so durchschaubar ist. Frascella ist es gelungen, seinem Ich-Erzähler durch den Einblick in seine Sicht auf die Dinge, seine Gedanken und verdrängten Ängste den eigentlichen Kern des Jungen zu zeigen, lange bevor er ihn selbst zu sehen bereit ist.

Ich habe dieses Buch an einem Tag verschlungen. Mich hat die Geschichte des namenlosen Jungen tief berührt.

Fazit: 5 Sterne!

Christian Frascella: Meine Schwester ist eine Mönchsrobbe. ISBN: 978-3-627-00181-0